Wasserturm Dortmund Südbahnhof

Wasserturm Dortmund Südbahnhof. Foto: RIK/ R. Budde
Wasserturm Dortmund Südbahnhof. Foto: RIK/ R. Budde

Der Wasserhochbehälter am ehemaligen Bahnbetriebswerk Dortmund-Süd wurde 1923-27 von der Reichsbahn errichtet. Bis Ende der fünfziger Jahre versorgte er die Dampflokomotiven mit Kesselspeisewasser, das dem öffentlichen Netz entnommen wurde. Der Speicher besteht aus zwei Betonbecken mit einem Gesamtfassungsvermögen von 800 m³ und nimmt das obere Drittel des 43 m hohen Gebäudes ein. Im Erdgeschoss waren ursprünglich Ladenlokale untergebracht, während die sieben Obergeschosse Sozialräume für Eisenbahner enthielten. Neben Umkleide-, Wasch- und Aufenthaltsräumen befanden sich hier auch eine Badeanstalt und Übernachtungsmöglichkeiten für Zugpersonal, Bahnbetriebs- und Werkstättenarbeiter.

Hinter der Ziegelsteinfassade verbirgt sich ein Stahlbeton-Skelettbau. Die umlaufenden Gesimse dienen lediglich zur Zierde. Sie gliedern das massige Gebäude und bewirken im Zusammenspiel mit den breiten Sprossenfenstern eine horizontale Ausrichtung, die der vertikalen Dynamik des Turmbaus entgegenwirkt. Der Anbau war früher ein Geschoss höher und trug ein Satteldach.

Mit dem Wasserturm schufen die Architekten H. Lehmann und M. Venner von der Bauabteilung der Reichsbahndirektion Essen ein Bauwerk im expressionistischen Stil. Gegenüber befand sich der Dortmunder Südbahnhof. An der Seite zur Kronprinzenstraße erinnert eine Gedenktafel an die jüdischen Bürger Dortmunds, die vom Südbahnhof aus in die Vernichtungslager des NS-Regimes deportiert wurden.

Nachdem der Wasserturm längere Zeit leer gestanden hatte, wurde das Gebäude von einem privaten Investor behutsam saniert und mit einer neuen Nutzung aus Einzelhandel und Büros versehen. Der ehemalige Wasserbehälter im oberen Drittel bietet Platz für Kunstausstellungen, Präsentationen und Konzerte. 

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Kontakt & Infos

Wasserturm Dortmund Südbahnhof
Heiliger Weg 60
44135 Dortmund (Innenstadt-Ost)

ÖPNV

Vom U-/S-Bahnhof „Dortmund Stadthaus“ ca. 5 Minuten Fußweg