Weichenbauhalle der ehemaligen Maschinenfabrik Deutschland

Weichenbauhalle. Foto: RIK/ R. Budde
Weichenbauhalle. Foto: RIK/ R. Budde

Wer heute den großen Bau- und Gartenmarkt der Firma Hornbach betritt, dem wird möglicherweise eine etwas eigenwillige Hallenkonstruktion auffallen. Hierbei handelt es sich um das letzte erhalten gebliebene Gebäude der früher hier ansässigen Maschinenfabrik Deutschland (MFD) die sich über das gesamte Gelände entlang der Bornstraße zwischen Mindener Straße und Borsigstraße erstreckte.

Der Obermaschinenmeister Julius Weidtmann von der Maschinenbauwerkstatt der Köln-Mindener Eisenbahn gründete 1872 gemeinsam mit dem Berliner Lokomotivbauer Albert Borsig und Louis Baare vom Bochumer Verein die Maschinenfabrik, die sich auf die Herstellung von Werkzeugmaschinen und Zubehör für den Eisenbahnbedarf spezialisierte. Nach anfänglichen Schwierigkeiten ging es in der zweiten Hälfte der 1870er Jahre aufwärts. 1889 errichtete man eine Gießerei, um den Bedarf an Gussstücken decken zu können. Das benachbarte Eisen- und Stahlwerk Hoesch war mit Roheisen und Blechen mittlerweile der Hauptlieferant der Maschinenfabrik geworden. Im Gegenzug belieferte MFD die Westfalenhütte mit Werkzeugmaschinen und Krananlagen, später auch mit Kokillen. Trotzdem führten die beiden Firmen einen Prozess wegen eines Bergschadens (die zu Hoesch gehörende Zeche Kaiserstuhl befand sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite auf dem Gelände des heutigen Einkaufszentrums), der dazu führte, dass Hoesch die Maschinenfabrik 1911 übernahm. MFD behielt dabei aber die Selbständigkeit. Im Jubiläumsjahr 1972 arbeiteten hier noch 1.000 Menschen. Nach der Stillegung Mitte der 1990er Jahre wurden fast alle Gebäude abgerissen.

Bei der in den Baumarkt integrierten Halle handelt es sich um einen Erweiterungsbau der ehemaligen Weichenbauhalle der Maschinenfabrik. Aufgrund der ausgeweiteten Schienenproduktion vor dem Ersten Weltkrieg wurde 1913 eine eigenständige Weichenbauhalle errichtet. Diese Halle hatte eine Länge von 128 m und eine Breite von 30 m und wurde 1923 um weitere 60 m Richtung Bornstraße verlängert. Dort bildete, wie auch heute noch, ein roter Backsteingiebel den Abschluss. Nach der Aufgabe des Standorts blieb lediglich diese Hallenerweiterung erhalten, da sie im Gegensatz zu den anderen Gebäude- und Hallenteilen die Zeit nahezu unverändert überstanden hat. Ursprünglich handelte es sich um eine Eisenfachwerkkonstruktion mit einer Ziegelausfachung, auf die im Zuge der Umnutzung verzichtet wurde. Die konstruktive Besonderheit der Halle besteht in der vom mittleren Dachbinder abgehängten Kranbahn, durch die es möglich war, eine stützenfreie Halle mit einer Breite von 30 m zu erhalten. 

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