Zeche Hansa

Zeche Hansa. Foto: RIK/ R. Budde
Zeche Hansa. Foto: RIK/ R. Budde

Die ein Jahr zuvor gegründete Dortmunder Bergbau- und Hütten AG kaufte 1856 mehrere Steinkohlenfelder im Huckarder Raum und vereinigte diese unter dem Namen "Hansa". Die Gesellschaft begann sofort mit dem Teufen (Niederbringen) eines Schachts und dem Bau eines Hüttenwerks, dem Vorgänger der "Dortmunder Union". Der gleichzeitige Aufbau von Zeche und Hütte überforderte das Unternehmen jedoch finanziell. Zudem führten starke Wasserzuflüsse im Schacht zur Einstellung der Arbeiten auf Hansa und schließlich zum Konkurs der Gesellschaft. 1866 übernahm die von dem irischen Bergbaupionier Thomas William Mulvany gegründete Preußische Bergwerks- und Hütten AG die Zeche. Mit gusseisernen Segmenten, den sogenannten Tübbingen, die Mulvany im Ruhrbergbau eingeführt hat, gelang es dann, die Schächte gegen die starken Wasserzuflüsse abzudichten, sodass 1869 erstmals eine bescheidene Kohlenförderung aufgenommen werden konnte.

In den folgenden Jahrzehnten wurden insgesamt 5 Schächte abgeteuft. 1895 nahm die erste Kokerei ihren Betrieb auf. Sie wurde durch die heute noch erhaltene benachbarte Zentralkokerei von 1928 ersetzt. Die mittlerweile zur Gelsenkirchener Bergwerks AG (GBAG) gehörende Schachtanlage und die Kokerei Hansa wurden stetig ausgebaut. Kennzeichen dieser Expansion waren unter anderem die drei Vollwandstrebengerüste, die zusammen mit den drei Schornsteinen des Kraftwerks lange auch das Wahrzeichen Huckardes waren. Auch unter Tage wurde der Betrieb immer wieder modernisiert: 1942/43 fanden hier frühe Versuche mit einem Kohlenhobel statt und die erste stempelfreie Abbaufront im Ruhrrevier kam zum Einsatz. 

Zeche Hansa. Foto: RIK/ R. Budde
Zeche Hansa. Foto: RIK/ R. Budde

Nach dem Krieg kam es in den 1950er und 60er Jahren zum Verbund mit den benachbarten Bergwerken Westhausen und Adolf von Hansemann. 1967 erreichte die Kohlenkrise auch Hansa. Gegen die geplante Stillegung demonstrierten 15.000 Menschen auf dem Huckarder Marktplatz. Daraufhin verschob die GBAG den Stillegungsbeschluss "in Erwartung einer bis zum Jahresende zu beschließenden Neuordnung des Ruhrbergbaus". Die kam dann 1968 mit der Gründung der Einheitsgesellschaft Ruhrkohle AG (RAG), in die auch das Bergwerk Hansa eingebracht wurde.

Da die deutsche Kohle auf Dauer zu teuer war, sollten neue Wege gefunden werden, die Gewinnung preiswerter zu machen. Ab 1977 erprobte die RAG daher auf Hansa im Rahmen eines Forschungsvorhabens den Abbau der Kohle durch Einsatz von Hochdruckwasserstrahlen (hydromechanische Gewinnung). Die wirtschaftlichen Erwartungen wurden aber nicht erfüllt. Zudem führte die neue Abbaumethode zu Problemen bei der Wetterführung, die 1979 eine schwere Schlagwetter- und Kohlenstaubexplosion mit 7 Toten zur Folge hatten. Daher kam 1980 das vorzeitige Aus für die Zeche.

Heute ist von den Tagesanlagen der Zeche nur noch wenig zu sehen. Die sogenannte "Alte Schmiede" ist Teil eines ursprünglich dreigliedrigen Werkstattgebäudes und wurde 1903-05 nach den Entwürfen des Gelsenkirchener Bergwerksarchitekten Paul Knobbe im Stil der niederdeutschen Backsteingotik errichtet. Heute wird sie von Huckarder Vereinen als Veranstaltungs- und Tagungsraum genutzt. Das Fördergerüst über Schacht 3 von 1930 und das nach dem zweiten Weltkrieg wieder aufgebaute Fördermaschinenhaus dient zusammen mit einem neuen Grubenlüfter über Schacht 2 weiterhin der zentralen Wasserhaltung, um die noch bestehenden nördlichen Zechen gegen Wasserübertritte zu schützen. Ebenfalls aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg stammen das Verwaltungsgebäude und das mittlerweile zum Bürogebäude umgebaute Schalthaus des ehemaligen Zechenkraftwerks. Auf der Zechenbrache ist mittlerweile der Gewerbepark Hansa entstanden. 

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Kontakt & Infos

Zeche Hansa
Hülshof / Rohwedderstraße / Fallgatter (Gewerbepark Hansa)
44369 Dortmund-Huckarde

ÖPNV

Von Dortmund Hbf mit RegionalBahn RB43 bis Dortmund-Huckarde Nord oder mit U-Stadtbahn U47 bis "Huckarde Bushof" 

Tipps

An die Opfer der Grubenunglücke der Zeche Hansa von 1940, 1944 und 1979 erinnert ein Ehren- und Grabmal auf dem Huckarder Kommunalfriedhof.

Eine Übersicht über alle Denkmäler für Grubenunglücke findet sich auf den Seiten der ehemaligen Zeche Minister-Achenbach