Museum der Stadt Lünen

Foto: RIK / R. Budde

Südöstlich des Stadtkerns von Lünen steht in einem kleinen Waldgebiet zwischen der Lippe und dem Datteln-Hamm-Kanal das Schloss Schwansbell. Es war Stammsitz der gleichnamigen Adelsfamilie, die seit dem 12. Jahrhundert urkundlich belegt ist. 1845 gelangte die Anlage in den Besitz der Grafen Westerholt, die Schwansbell vollständig veränderte: Wilhelm Achiles von Westerholt erbaute 1853 die Ökonomie, sein Neffe Wilhelm von 1872 bis 1875 das Schloss. Im ehemaligen Ökonomie-Gebäude („Gesindehaus“) befindet sich seit 1983 das Museum der Stadt Lünen, dessen vielfältige Abteilungen Anziehungspunkte weit über die Stadtgrenzen hinaus bilden:

Fünf vollständig eingerichtete Wohnräume des 19. und 20. Jahrhunderts bilden einen Schwerpunkt des Museums. Darunter befindet sich die original erhaltene Wohnküche einer Arbeiterfamilie aus Lünen-Süd. Das älteste Wohnzimmer entstand 184o in Lünen. Aus dem Biedermeier stammt auch das Schlafzimmer mit seiner schlichten Einrichtung. Aus der Zeit um 1900 besitzt das Museum neben der Wohnküche noch ein oberschichtliches Zimmer aus Dortmund und das Esszimmer einer bürgerlichen Familie aus Lünen.

Die Abteilung Wohnkultur steht in enger Beziehung zur Spielzeug- und Puppensammlung, denn Puppenstuben sind nichts anderes als verkleinerte Abbildungen der Erwachsenenwelt. Sie machten gesellschaftliche Leitbilder besonders für die Aufgaben der Frauen deutlich, mit dem Mädchen auf den Beruf der Hausfrau vorbereitet wurden. 

Das Museum zeigt vier eingerichtete Werkstätten des Holzschuhmachers, des Schusters, des Bäckers und des Schneiders. Die Geräte sind aus Lüner Betrieben an das Museum gekommen. Mit den Werkstätten sind früher weit verbreitete Handwerke dargestellt.

1826 entstand in Lünen die erste Eisenhütte, die spätere Gewerkschaft Eisenhütte Westfalia. Bis Ende des 19. Jahrhunderts folgte drei weitere Gießereien. Ihre Produktion umfasste eine Vielzahl von Erzeugnissen für Haus und Gewerbe, unter denen die Öfen in besonderer Weise hervorstechen. Die im Museum ausgestellten Öfen sind Zeugnisse der Technik, vom einfachen Kastenofen des 18. Jahrhunderts bis zu den moderneren "Iren" und "Amerikanern" und Dauerbrandöfen des 20. Jahrhunderts.
 Der Eisenkunstguss wird an ausgewählten Beispielen gezeigt. Eisenguss aus Lüner Betrieben ist auch an den Fenstern des Museumsgebäudes sowie am Balkon des benachbarten Schlosses zu sehen.

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Kontakt & Infos

Museum der Stadt Lünen
(Schloss Schwansbell)
Schwansbeller Weg 32
44532 Lünen-Wethmar
Telefon: +49 (0) 2306 / 104-1649

Öffnungszeiten

Di – Fr 14.00 – 17.00 Uhr
(April – September 14.00 – 18.00 Uhr)

Sa und So 13.00 – 17.00 Uhr
(April – September 13.00 – 18.00 Uhr)

ÖPNV

Von Lünen ZOB-Hbf mit Bus C4/14 oder C5 bis „Seelhuve“, dann 10 Minuten Fußweg

Tipp

Ardagh Glass, Werk Lünen, Döttelbeckstraße 62, ist ein Hersteller von Glasverpackungen für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Im Werk Lünen werden insbesondere Nahrungsmittelgläser aus Weißglas gefertigt. 220 Mitarbeiter produzieren an fünf Produktionslinien aus zwei Schmelzwannen täglich bis zu 450 Tonnen Glas. Bereits 1907 wurde an dieser Stelle die Lüner Glashütte gegründet. "Ruhm" erlangte sie in den 1920er Jahren mit den beliebten Einweckgläsern der Marken "Westfalia" und "Küchenglück", damals mit dem Slogan: "Gesichert ist das Einkochgut, wenn Küchenglück-Glas das seine tut". Das Werk wurde 2007 von der irischen Ardagh-Gruppe übernommen.