Schleuse Werries

Schleuse Werries. Foto: RIK/ Guntram Walter
Schleuse Werries. Foto: RIK/ Guntram Walter

Die Schleuse befindet sich in unmittelbarer Nähe der Straßenbrücke Lippestraße und kann von dort aus gut eingesehen werden.

U.a. für den Abtransport der auf dem Ahlener Bergwerk "Westfalen" abgebauten Steinkohle wurden die im Ersten Weltkrieg unterbrochenen Arbeiten für die Verlängerung des Datteln-Hamm-Kanals 1926 wieder aufgenommen. Nach Fertigstellung der Schleuse in Hamm-Werries mit ihrer Nutzlänge von 102 Metern und einer Kammerbreite von 11,50 Metern konnte 1933 der Schiffsverkehr bis Schmehausen aufgenommen werden. Damit erschloss der Datteln-Hamm-Kanal als verlängerter "Lippe-Seitenkanal" das Industriegebiet um Lünen und Hamm bis Uentrop.

Die etwa 9 m hohen Wände der Schleusenkammer aus Stahlspundbohlen nehmen den dahinter anstehenden Erd- und Wasserdruck auf und sind mit Haupt- und Hilfsankern gesichert. Verschlossen werden die Kammern durch stählerne Stemmtore. Der Schleusenboden hingegen, die Kammersohle, ist wasserdurchlässig und zwischen den aussteifenden Stahlbetonbalken mit Natursteinen gepflastert.

Im Jahr 2004 wurden an beiden Schleusen Hamm und Werries des Datteln-Hamm-Kanals die Tore, Antriebe und die komplette Steuerung ersetzt. Außerdem wurde eine Fernsteuerung installiert, um die Schleuse vom Steuerstand der ca. 3,5 km westlich gelegenen Schleuse Hamm zu bedienen.

Über eine Ampelsteuerung an den Brücken regelt der Schleusenmeister der Schleuse Hamm den Verkehr zwischen Eisenbahn- und der Straßenbrücke bei Kilometer 36,44. Der nächste Streckenabschnitt zwischen den beiden Schleusen wird nach Absprache zwischen Schleusenpersonal und Schiffsführern befahren.

Ebenso erfolgt die Verkehrsregelung für die etwa sieben Kilometer lange Strecke zwischen der Schleuse Werries und dem Hafen Schmehausen, durch das Schleusenpersonal. Für die Strecke benötigen die Schiffe etwas weniger als eine Stunde Fahrzeit.

Über den unmittelbaren Zugang zum Rhein hat der Schiffsverkehr auf dem Datteln-Hamm-Kanal eine direkte Anbindung an die weltgrößten Seehäfen Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen (ARA-Häfen). Im Unterschied zu den anderen Kanälen im Ruhrgebiet ist der Datteln-Hamm-Kanal ein Stichkanal und endet nach 47 km am Kohlekraftwerk Uentrop. Der zunächst vorgesehene Bau bis nach Lippstadt wird seit Anfang der 1970er Jahre nicht weiter verfolgt.

Heute können den Datteln-Hamm-Kanal bis zum Hafen Hamm Einzelschiffe mit einer Länge von 110 m, einer Breite von 11,45 m und einem Tiefgang von 2,70 m befahren. Östlich davon ist das sog. Europaschiff mit 86 m Länge, 9,60 m Breite und 2,50 m Tiefgang zugelassen. 

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Kontakt & Infos

Schleuse Werries
DHK km 40,41
Lippestraße 60
59071 Hamm

ÖPNV

Vom Bahnhof Hamm ("Hbf./Willy-Brandt-Platz") mit Bus 1/3 oder 33 bis "Marderweg"; dann ca. 10 Minuten Fußweg