Wasserturm Wesel

Wasserturm Wesel. Foto: RIK/ R. Budde
Wasserturm Wesel. Foto: RIK/ R. Budde

Der inmitten der Innenstadt 1886 errichtete Wasserturm kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Die technische und architektonische Planung oblag dem damals 36 Jahre jungen Prof. Otto Intze, einem bekannten Wasserbau-Ingenier, der neben vielen anderen auch den Stützbodenbehälter des Weseler Wasserturms konstruierte. 1923/24 wurde anstelle eines ursprünglich geplanten zweiten Wasserturms aus Kostengründen ein zweiter Behälter auf Stahlstützen unterhalb des ursprünglichen Behälters eingebaut und damit ein technisches Kuriosum geschaffen. In den Jahren 1933/34 wurde dann das konische Turmmauerwerk mit einer zylindrischen Ummantelung versehen, was zusätzliche Stabilität verschaffte.

Der Turm stand so bis zum Inferno des 16. Februar 1945, das die gesamte Stadt Wesel in Schutt und Asche versenkte. Nur ein Stumpf blieb übrig. 1947 wurde der untere, inzwischen wiederhergestellte Wasserbehälter mit 400 m³ Inhalt wieder in Betrieb genommen, 1951 auch der obere Stützbodenbehälter mit 600 m³ Inhalt nach Prof. Intze. Für schmückendes Beiwerk hatte man weder Geld noch Zeit. So wurde aus dem ehemals reich verzierten Turmkopf ein schlichter Neubau mit schmalen hohen Fenstern; anstelle der Zinnen ein Rundgeländer, darüber ein leicht geneigtes Dach, das wie ein Hut auf den Betrachter wirkt. Und so steht er heute noch. Als er 1979 außer Betrieb genommen wurde, hatte er – abgesehen von kriegsbedingten Unterbrechungen – 93 Jahre seine Aufgabe als wichtiges Glied in der Wasserversorgung Wesels erfüllt. Seit 1987 ist der Wasserturm technisches Denkmal. Unter dem Motto "Kunst im Turm" werden seit 1991 wechselnde Ausstellungen durchgeführt. 

zurück 78/81 vor

Kontakt & Infos

Wasserturm Wesel
Brandstraße 44
46483 Wesel
Öffnungszeiten: ganzjährig auf Anfrage
Telefon: +49 (0)281 / 96 60 101; Führungen nach telefonischer Vereinbarung.
Tag der offenen Tür: PPP-Stadtfest und Hansefest

ÖPNV

Vom Bahnhof Wesel ca. 5 Minuten Fußweg