Themenroute 8 - Erzbahn-Emscherbruch

Pfeilerbrücke. Foto: RIK / R. Budde
Pfeilerbrücke. Foto: RIK / R. Budde

Vom Rande der Bochumer City im Süden bis zum Hertener Emscherbruch mit der Zeche Ewald im Norden erstreckt sich eine industrielle Kulturlandschaft, die im mittleren Ruhrgebiet ihresgleichen sucht. Der Regionale Grünzug D, mittlerer der sieben Grünzüge, die den Kern-Siedlungsraum des Ruhrgebiets in Nord-Süd-Richtung gliedern, ist das Rückgrad dieser Themenroute, die Anlagen und Gebäude der Montanindustrie, Arbeitersiedlungen sowie technische Bauwerke des Verkehrs und der Ver- und Entsorgung umfasst.

Wie eine Perlenschnur reihen sich diese einmaligen Zeugnisse des Industriezeitalters entlang der "Erzbahn", einer ehemaligen Werksbahntrasse, die in mehreren Teilabschnitten zwischen 1912 und 1929 entstand, um die eisen- und stahlindustriellen Großunternehmen des Schalker und des Bochumer Vereins sowie mehrere Zechen an den neuen Wasserweg Rhein-Herne-Kanal anzuschließen. Nach ihrer Stillegung ist diese Dominante des Regionalen Grünzugs vom einstigen Fremdkörper in der Landschaft als neue Rad- und Wanderstrecke nun zur auch im übertragenen Sinne herausragenden Parkinfrastruktur des im entstehen begriffenen Emscher Landschaftsparks mutiert.

Die Jahrhunderthalle Bochum, der Haupt-Spielort der RuhrTriennale und ein Ankerpunkt der Route der Industriekultur, bildet den Ausgangspunkt der Themenroute "Erzbahn-Emscherbruch". Von hier bildet die Erzbahnschwinge als kühne Seil-Konstruktion auch einen symbolischen Brückenschlag für den Einstieg in den Erlebnisweg Erzbahn. Auf fünfzehn teils original erhaltenen, teils durch Neukonstruktionen ersetzten Brücken bzw. Brückenzügen geht es dann zum Teil in luftiger Höhe bis zum Rhein-Herne-Kanal an der Stadtgrenze von Gelsenkirchen und Herne. Nördlich des Kanals und der Emscher setzt sich diese Themenroute in Recklinghausen und Herten im Bereich des Emscherbruches fort, der stellenweise noch seine vorindustrielle Anmutung bewahrt hat. Sie findet ihren Abschluss in der imponierenden Haldenlandschaft des Landschaftsparks Hoheward mit der ehemaligen Zeche Ewald, deren historische Bausubstanz mit Fördertürmen verschiedener Generationen sich zusammen mit Neubauten zu dem ambitionierten Projekt eines Technologie- und Gewerbeparks neuer Qualität verbinden.

Ihrem Charakter entsprechend ist diese Themenroute besonders für eine Bereisung mit dem Rad oder zu Fuß geeignet. Natürlich lassen sich die einzelnen Besichtigungspunkte aber auch mit dem Kraftfahrzeug oder mit Bus und Bahn erreichen.