Bahnbetriebswerk Gelsenkirchen-Bismarck

Mit Volldampf durchs Revier: Noch bis 1977 nutzten schwere Dampflokomotiven das Bahnbetriebswerk mit 16-ständigem Ringlokschuppen in Gelsenkirchen-Bismarck.

Eine „Jumbo“-Lokomotive der Baureihe 44 im Bahnbetriebswerk, 1976 Foto: Richard Schulz, Herford
Eine „Jumbo“-Lokomotive der Baureihe 44 im Bahnbetriebswerk, 1976 Foto: Richard Schulz, Herford

Eine der letzten Einrichtungen dieser Art

Für den Abtransport von Kohle und die Versorgung der Zechen mit Grubenholz wurde 1876 durch die Bergisch-Märkische Eisenbahngesellschaft eine zunächst ausschließlich dem Güterverkehr dienende Eisenbahnstrecke von Herne nach Gelsenkirchen-Schalke angelegt. Die Linie führte über das spätere Wanne-Eickel an der Zeche Unser Fritz vorbei nach Gelsenkirchen-Bismarck, wo Anschlussverbindungen zu den zahlreichen Schächten der Zeche Graf Bismarck bestanden. In Bismarck entstand ein großer Sammelbahnhof, der ab 1880 auch für den Personenverkehr genutzt wurde. Auf der südlichen Seite des Gleisfeldes war für die Dampflokomotiv-Unterhaltung und deren Einsatz eine kleine Lokomotivwerkstatt errichtet worden.

Allmählich entwickelte sich der Bahnhof Bismarck zu einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt . Deshalb beschloss die Reichsbahn Anfang der 1920er-Jahre den Bau eines neuen Verschiebebahnhofs und eines Bahnbetriebswerks mit 16-ständigem Ringlokschuppen. 1928 konnte das Bahnbetriebswerk seiner Bestimmung übergeben werden, der Bahnhof wurde erst 1934 fertiggestellt. Er fiel später dem Bau der Autobahn A 42 zum Opfer.

Vor allem die großen Dampflokomotiven der Baureihen 44 und 50 prägten das Bild des Betriebswerks. Trotz zunehmender Elektrifizierung und dem Einsatz von Diesellokomotiven ab Mitte der 1960er-Jahre konnten sich die schweren Dreizylinderlokomotiven der Baureihe 44 („Jumbo“) noch bis 1977 in Bismarck halten. Als der Dampfbetrieb endgültig aufgegeben wurde, verlor das Betriebswerk zunehmend an Bedeutung. 1982 wurde es als selbstständige Dienststelle aufgelöst und bis zur endgültigen Stilllegung im Jahr 1988 dem Betriebswerk Oberhausen-Osterfeld angegliedert.

Als eine der letzten fast vollständig erhaltenen Einrichtungen dieser Art im Ruhrgebiet konnte das Bahnbetriebswerk mit Ringlokschuppen, Drehscheibe und den verbliebenen Gleisanlagen vor dem Abriss bewahrt werden. Es steht heute unter Denkmalschutz. Der 1992 gegründete Förderverein „Freunde des Bahnbetriebswerks Bismarck“ bemüht sich um eine Nutzung der Anlagen als „Aktiv- und Erlebnis-Bahnpark“.

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Kontakt & Infos

Bahnbetriebswerk Gelsenkirchen-Bismarck
Bleckstraße 2a
Einfahrt Grimbergstraße 2
45889 Gelsenkirchen
Freunde des Bahnbetriebswerkes Bismarck
Förderverein e.V. Gelsenkirchen, c/o Paul Lindemann
Wanner Straße 34
45888 Gelsenkirchen
Telefon: +49 (0) 209 / 21 12-1

ÖPNV

Von Wanne-Eickel Hbf bzw. Dorsten mit Regional Bahn RB 43 bis „Gelsenkirchen Zoo“, von Gelsenkirchen Hbf (U-Stadtbahn-Ebene) mit Straßenbahn 301 bis „Bürgerplatz“ oder  „ZOOM Erlebniswelt“, dann jeweils ca. zehn Minuten Fußweg 

Tipp

ZOOM Erlebniswelt
Bleckstraße 64
Gelsenkirchen-Bismarck
www.zoom-erlebniswelt.de

Auf dem Gelände des ehemaligen Ruhr-Zoo Gelsenkirchen entstand auf einer Fläche von rund 25 Hektar eine neuartige Kombination aus hochmodernem Zoo und Freizeitpark: die ZOOM Erlebniswelt.