Colosseum

Kunst im Colosseum: Eine imposante Stützmauer im Arkadenstil – früher für ein Stahlwerk erbaut – beherbergt  heute farbige Stahlrohr-Skulpturen, die in der Dunkelheit in farbigem Glanz erstrahlen.

Das „Colosseum“, 1911. Quelle: Historisches Archiv Krupp
Das Colosseum, 1911. Quelle: Historisches Archiv Krupp

Abriss verhindert, als Kulturort etabliert

Der Werksbetrieb des Bochumer Vereins formte eine auf die Anforderungen eines integrierten Hüttenwerks ausgerichtete terrassierte Industrielandschaft. Stützmauern spielten bei diesem Konzept  buchstäblich eine tragende Rolle wie etwa 1911/12 beim Bau des Siemens-Martin-Stahlwerk II, das in Ergänzung zum bereits existierenden Werk 16 Meter über dem unteren Geländeniveau angelegt wurde Die Anlage bestand aus einer Gaserzeugerhalle, einer 80 Meter langen Mischerhalle, einer Ofenhalle und einer 120 Meter langen Gießhalle.

Das architektonische Konzept der mächtigen Stützmauer am Eingang des Westparks an der Alleestraße bestand darin, eine möglichst hohe Stabilität bei gleichzeitig geringem Materialaufwand zu erreichen. Die Mauer wurde im Arkadenstil errichtet, der ihr in Anlehnung an das berühmte Amphitheater in Rom den Beinamen „Colosseum“ einbrachte. Zur weiteren Stabilisierung der aus etwa 2,8 Millionen Ziegelsteinen errichteten Mauer wurden die Stützpfeiler durch Zwischendecken verbunden. Dadurch entstand zugleich ein nutzbares Gebäude, das in seinem Inneren Waschkauen, Büros und Materiallager beherbergte. Im unteren Teil existierten Kriechgänge, die im Zweiten Weltkrieg in das weiträumige unterirdische Luftschutzsystem des Bochumer Vereins integriert wurden.

Das Colosseum in Bochum. Foto: RIK/Reinhold Budde
Das Colosseum in Bochum. Foto: RIK/Reinhold Budde

Skulpturen in der Rundbogenfassade

Nach dem Abriss der Siemens-Martin-Anlagen 1983 stand auch die Existenz des Colosseums auf dem Spiel. Die Anlage verfiel in der Folgezeit zunehmend, 1997 wurde die Baufälligkeit festgestellt und der Abbruch empfohlen. Nach der Revitalisierung der Jahrhunderthalle entschlossen sich aber 2005 die Stadt Bochum und die Landesentwicklungsgesellschaft NRW  zur Sicherung und Renovierung des Bauwerks. 2010 konnte das in neuem und ursprünglichem Glanz erstrahlende Colosseum sowie der davor liegende Platz eingeweiht werden.

Die sieben farbigen Stahlrohr-Skulpturen in der Rundbogenfassade wurden von dem renommierten Bochumer Künstler Friedrich Gräsel zwischen 1985 und 1990 geschaffen. Seit 2001 sind sie an diesem Ort eine dauerhafte Einrichtung, die sich im Eigentum der „Stiftung der Sparkasse Bochum zur Förderung von Kultur und Wissenschaft“ befindet.

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Kontakt & Infos

Colosseum
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