Emscherbruch

Eisvogel, Waldschnepfe und Rohrdrommel: Seltene Vogelarten leben heute in den Sumpf- und Wasserflächen des Emscherbruchs, entstanden als Folge früherer Bergsenkungen.

Der Emscherbruch. Foto: RIK/Thomas Berns
Der Emscherbruch. Foto: RIK/Thomas Berns

Vom Sumpf zum schützenswerten Auenwald

Bis in das 19. Jahrhundert war der Emscherbruch eine kaum besiedelte, sumpfige Wald- und Wiesenlandschaft, geprägt durch die in zahlreichen Windungen fließende Emscher. Mit den Zechen Bismarck, Ewald und Unser Fritz drang ab den 1870er-Jahren der Bergbau in diese Region vor.

Der Steinkohleabbau ließ das Gelände kontinuierlich absinken und behinderte den natürlichen Abfluss der Emscher. Weitere Sumpfgebiete entstanden, und sowohl die Industrie als auch die schnell wachsenden Gemeinden und Städte leiteten ihre Abwässer in die Emscher. Der Fluss verwandelte sich zunehmend in eine Kloake mit auch für die Menschen bedrohlichen Folgen wie Cholera und Typhus. Die um die Wende zum 20. Jahrhundert gegründete Emschergenossenschaft sorgte deshalb für die Kanalisierung des Flusses und seiner Zuläufe. Der natürlich gewachsene Emscherbruch verschwand.

Mit Ausnahme des im Zuge des Autobahnbaus entstandenen Ewaldsees, der der nahe gelegenen, gleichnamigen Zeche als Kühlreservoir diente, sind die heute sichtbaren Sumpf- und Wasserflächen eine Folge von Bergsenkungen. Hier hat sich überwiegend eine Art Auenwald mit Lichtungen und kleinen Gewässern entwickelt. Sie bieten heute Wasservögeln, Fledermäusen, Wasserpflanzen und vielen anderen Tier- und Pfanzenarten eine Heimat. Auch streng geschützte Vogelarten wie Eisvogel, Waldschnepfe und Rohrdrommel haben im Emscherbruch ihren Lebensraum. Das abwechslungsreiche Waldgebiet rund um den Ewaldsee wird durch zwei Rundwege mit einem Waldlehrpfad erschlossen. 

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Kontakt & Infos

Emscherbruch
Ewaldstraße
45699 Herten-Süd
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45892 Gelsenkirchen-Resser Mark
Regionalverband Ruhr
RVR Ruhr Grün
Forststützpunkt Emscherbruch
Telefon: +49 (0)209 / 36 19 943

ÖPNV

Von Wanne-Eickel Hbf oder Herten Mitte mit Bus SB27 bis „Tennisplatz“; von Gelsenkirchen Hbf (U-Stadtbahn-Ebene) mit Straßenbahn 301 bis „Erle Forsthaus“, dann mit Bus 397 bis „Wiedehopfstraße“

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