Erzbahnbrücke 6

Moderne Technik in den 1920er-Jahren: eine flexible Eisenbahnbrücke im Bergbausenkungsgebiet.

Belastungsprobe auf der Erzbahnbrücke 6, 1929. Quelle: Historisches Archiv Krupp
Belastungsprobe auf der Erzbahnbrücke 6, 1929. Quelle: Historisches Archiv Krupp

Flexible Anpassung an Bergsenkungen

Die Brücke gehört zum letzten, zwischen 1923 und 1929 errichteten Teilstück der Erzbahn und überquert die heutige und die abzweigende alte Günnigfelder Straße. Der heutige Hauptstrang der Straße war bei Errichtung der Brücke bereits geplant, so dass die Brücke für die Überquerung beider Straßen projektiert werden musste. Als kostengünstigste Lösung erwies sich dabei der Bau einer langen, beide Straßen und das dazwischen liegende Gelände überspannenden Brücke mit nur zwei Widerlagern.

Die genietete, eingleisige Brücke setzt sich aus drei Feldern zusammen und ist insgesamt 99 Meter lang. Die beiden aus Fachwerk gebildeten so genannten Pendelstützen sind 7,30 Meter hoch und sitzen mit je einem beweglichen und einem festen Lager auf den Fundamenten auf. Der Vorteil bei dieser Stützenkonstruktion war, dass sie bei den in Bergbaugebieten auftretenden Bodensenkungen nachträglich gehoben werden konnten.

Auf dem nördlichen Widerlager liegt die Brücke fest auf, während sie auf dem südlichen Widerlager beweglich auf einem Rollengelenk installiert ist. Diese Konstruktion wählte man, um die beim Bahnverkehr auftretenden Kräfte beim Bremsen oder Anfahren eines Zuges aufzufangen und den Materialdehnungen, die durch Temperaturschwankungen auftraten, besser begegnen zu können. Der mittlere Träger der dreiteiligen Konstruktion ragt über die beiden Brückenstützen hinaus und ist durch Gelenke mit den beiden seitlichen Trägern verbunden. Damit wurde erreicht, dass sich die Brücke flexibel an Bergsenkungen anpassen kann und zugleich die geringere Beanspruchung eines über alle drei Felder durchlaufenden Trägers besitzt.

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Kontakt & Infos

Erzbahnbrücke 6
Günnigfelder/Osterfeldstraße
44866 Bochum-Hordel

ÖPNV

Von Bochum Hbf (U-Stadtbahn-Ebene)  bzw. Gelsenkirchen Hbf (U-Stadtbahn-Ebene) mit Straßenbahn 302 bis „Freiheitstraße“, dann mit Bus 390 bis „Osterfeldstraße“

Tipp

KGV „Kraut & Rüben“ e.V.
Günnigfelder Straße 161
Bochum-Günnigfeld
www.oekokleingarten.de

Als Pilotprojekt im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) Emscher Park entstand auf dem Gebiet der ehemaligen Bergehalde der Zeche Hannover an der Günnigfelder Straße. Ende der 1990er-Jahre die ökologisch orientierte Dauerkleingartenanlage (DKG) „Kraut und Rüben“ e.V. Die Bewirtschaftung erfolgt ausschließlich biologisch unter Ausschluss von chemischen Pflanzenschutzmitteln und Kunstdünger. Ein naturnaher Spielplatz und eine Kinderparzelle sind ebenso vorhanden wie ein „grünes Klassenzimmer“ für die Vermittlung von biologischen und ökologischen Lehrinhalten.

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