Hafen Grimberg

Ein Werkshafen am Schloss: Am Rhein-Herne Kanal erbaute die Gelsenkirchener Bergwerksgesellschaft vor dem Ersten Weltkrieg einen leistungsfähigen Industriehafen als Umschlagplatz für Kohle, Koks und Erz.

Der Erzhafen Grimberg, 1956. Quelle: Institut für Stadtgeschichte, Gelsenkirchen
Der Erzhafen Grimberg, 1956. Quelle: Institut für Stadtgeschichte, Gelsenkirchen

Kostengünstiger Abtransport von Kohle und Koks

Der Hafen Grimberg ist einer der zahlreichen Werkshäfen, die im Zusammenhang mit dem Rhein-Herne-Kanal gebaut wurden. Er entstand kurz nach der Fertigstellung des Rhein-Herne-Kanals im Jahr 1914 und wurde nach dem etwa 100 Meter östlich gelegenen Schloss Grimberg benannt. Der Hafen wurde von der Gelsenkirchener Bergwerks AG (GBAG) angelegt, einem Unternehmen, das zu dieser Zeit über 14 Zechen und Kokereien sowie eine Reihe von Hütten- und Stahlwerken im und außerhalb des Ruhrgebiets vereinigte.

Das Motiv für die Anlegung des unternehmenseigenen Privathafens war der kostengünstige Abtransport von Kohle und Koks von den GBAG-Zechen Rheinelbe, Alma und Pluto über den Kanal und – in umgekehrter Richtung – die Anlieferung überseeischer Erze für die Verhüttung beim ebenfalls zur GBAG gehörenden Schalker Verein. Dafür wurde etwa gleichzeitig mit dem Hafen das nördliche Teilstück der Erzbahn gebaut, das ihn mit dem Gelände des Hüttenwerks verband.

Nachdem 1929 durch den Bau des dritten Teilstücks der Erzbahn auch der Bochumer Verein und die Zeche Carolinenglück an den Hafen angeschlossen worden waren, wurde seine Inanspruchnahme so stark, dass das 600 Meter lange und 70 Meter breite Hafenbecken den gesamten Schiffsverkehr nicht mehr aufnehmen konnte. Etliche Schiffe mussten daher am Kanalufer ankern, und neben den zwölf vorhandenen Hafenkränen mussten noch zusätzliche kleinere Kräne zum Be- und Entladen eingesetzt werden. Mit durchschnittlich zwei Millionen Tonnen Umschlag pro Jahr im Zeitraum 1937 bis 1964 nahm Grimberg eine führende Stellung unter den Häfen des Kanals ein. Danach begann er zunehmend seine Bedeutung als Umschlagplatz für industrielle Rohstoffe zu verlieren. Mit der Stilllegung des Hochofenwerks auf dem Gelände des Schalker Vereins 1982 war schließlich die Zeit des Umschlages für Eisenerze endgültig vorbei.

Das Gelände lag zunächst brach, konnte aber nach und nach neuen gewerblichen Nutzungen vor allem im Bereich der Recyclingwirtschaft zugeführt werden. Am Westufer wurde ein Betonwerk errichtet, außerdem entstanden hier moderne Lager- und Umschlageinrichtungen. Das Ostufer wurde für eine Rostasche-Aufbereitung hergerichtet. 

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Kontakt & Infos

Hafen Grimberg
Grimbergstraße
45889 Gelsenkirchen-Bismarck

ÖPNV

Von Wanne-Eickel Hbf mit Bus 328 oder 329 bis „Schloßstraße“

TIPP

Auf dem Cranger Kirmesgelände direkt am Rhein-Herne-Kanal findet jedes Jahr die Cranger Kirmes statt, das zweitgrößte Volksfest Deutschlands. Vom Anleger am Hafen Grimberg legen Schiffe ab zu einer Fahrt zum Eröffnungsfeuerwerk und zum Abschlussfeuerwerk der Cranger Kirmes. Weitere Informationen finden sich hier.