Hafen Wanne-West

Ein Hafen für die Kohle – vor über 100 Jahren profitierten davon vor allem die  umliegenden Bergwerke; heute immer noch wichtiger Kohleumschlagplatz, aber auch Containerterminal und Frachtzentrum.

Der Hafen Wanne-West. Foto: RVR
Der Hafen Wanne-West. Foto: RVR

Drastischer Aufschwung für den Kleinbahnbetrieb

Der Wanner Westhafen wird ebenso wie der am gegenüberliegenden Ufer gelegene Osthafen von der „Wanner-Herner Eisenbahn und Hafen GmbH“ betrieben. Diese Gesellschaft der Stadt Herne unterhält hier einen der größten Kohleumschlaghäfen des Ruhrgebiets.

Kurz nach dem Beschluss zum Bau des Rhein-Herne-Kanals riefen die Gemeinde Wanne und der Landkreis Gelsenkirchen am 14. Juli 1905 die Gesellschaft „Kanalhafen Wanne-Gelsenkirchen-Land“ ins Leben, deren Ziel der Bau eines großen Kohlehafens im heutigen Herner Stadtteil Crange war. Von dem Kanalanschluss sollten vor allem die umliegenden Bergwerke profitieren. Noch bevor die Baugenehmigung vorlag, wurde am 15. Juli 1911 der erste Spatenstich vollzogen. Ab 1913 beteiligte sich auch die damalige Nachbarstadt Herne an dem Projekt, daraus erfolgte die Gründung der „Hafenbetriebsgesellschaft Herne-Wanne mbH“.

Kurz nach Fertigstellung des Rhein-Herne-Kanals wurde der Hafen am 11. November 1914 eröffnet. Aber erst im folgenden Jahr konnte der Hafen durch die Kleinbahn „Wanne-Gelsenkirchen-Land“ mit der Schachtanlage Shamrock 3/4 verbunden werden. Nur wenige Monate später gelang es, den Anschluss zu den Bergwerken Carolinenglück in Bochum und Teutoburgia in Herne herzustellen. Die Folge war ein drastischer Aufschwung für den Kleinbahnbetrieb. Betrug die Transportleistung im ersten Betriebsjahr noch bescheidene 324.450 Tonnen, erreichte der Umschlag 1916 erstmals die Millionentonnengrenze. In den 1920er-Jahren wurden auch die Streckennetze der Bochumer Krupp-Zechen und der Hibernia AG an die Hafenbahn angeschlossen.

Ursprünglich bestand der Hafen aus einem Stichhafenbecken, das inzwischen ganz verfüllt ist, um für das Güterverkehrszentrum (GVZ) Emscher Platz zu schaffen. Das GVZ stellt sowohl einen Container-Umschlagbahnhof als auch ein Frachtzentrum und einen Hafenterminal als Serviceeinrichtungen für einen modernen Hafenbetrieb zur Verfügung. Der Hafenbetrieb findet daher nur noch am Kai entlang des Kanals statt. Wie auch in anderen Hafenanlagen üblich, haben große Wasserflächen ausgedient, weil die Umschlagzeiten von Schiff auf Land aufgrund des Einsatzes moderner Verlade- und Löschtechniken immer kürzer werden und sich daher die Liegezeiten der Schiffe erheblich reduziert haben. Dagegen gibt es einen erhöhten Bedarf an Lagerflächen.

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Kontakt & Infos

Wanne-Herner Eisenbahn und Hafen GmbH
Am Westhafen 27
44653 Herne-Wanne
Telefon: +49 (0) 2325 / 78 8-0

ÖPNV

Von Wanne-Eickel Hbf mit Bus SB27, 312 oder 342 bis „Westhafen“

Tipp

Cranger Kirmes
Dorstener Straße/Heerstraße
Herne-Crange
www.cranger-kirmes.de


Mit jährlich über vier Millionen Besuchern ist die Cranger Kirmes das größte Volksfest in Nordrhein-Westfalen. Jedes Jahr im August präsentieren über 500 Schausteller auf dem Gelände am Rhein-Herne-Kanal ihre Attraktionen vom nostalgischen Karussell bis zur attraktiven Achterbahn.