Jahrhunderthalle Bochum

Architektonisches Jahrhundertereignis, großtechnische Werkanlage, heute Erlebnis- und Kulturort der RuhrTriennale: Als industriegeschichtliches und kulturelles Highlight ist die 10.000 Quadratmeter große Halle Kristallisationspunkt der seit 1988 von einer Projektgemeinschaft entwickelten Bochumer „Innenstadt-West“. 

Pavillon des Bochumer Vereins auf der Industrie- und Gewerbeausstellung in Düsseldorf, 1902. Foto: Presse- und Informationsamt Bochum
Pavillon des Bochumer Vereins auf der Industrie- und Gewerbeausstellung in Düsseldorf, 1902. Foto: PIB

Von der Gaskraftzentrale zur Eventlocation

Ursprünglich 1902 für die Düsseldorfer Industrie- und Gewerbeausstellung als Pavillon des Bochumer Vereins errichtet, wurde die Halle nach der Ausstellung demontiert und 1903 in Bochum auf dem Firmengelände wieder aufgebaut. Von nun an diente sie als Gaskraftzentrale des Bochumer Vereins. Mit dem im Hochofen entstehenden Gichtgas wurden sowohl Gasdynamomaschinen zur Erzeugung von werkseigenem Strom als auch Gebläsemaschinen zur Hochofenwindversorgung angetrieben. 

Als die Montankrise in den 1960er-Jahren auch den mittlerweile zum Krupp-Konzern gehörenden Bochumer Verein erschütterte, stand das Stammwerk an der Alleestraße bald vor dem Aus. Die Maschinen in der Gaskraftzentrale wurden nach Stilllegung der Hochöfen demontiert, die Halle diente danach als Schlosserei und später als Lagerhalle. Ab 1991 wurde die jetzt so genannte Jahrhunderthalle einschließlich weiterer Werkanlagen unter Denkmalschutz gestellt. Die Namensgebung erfolgte wegen der irrtümlich angenommenen Verwendung der Halle auf der Pariser Weltausstellung 1900.

Die Gaskraftzentrale, 1924. Foto: Presse- und Informationsamt Bochum
Die Gaskraftzentrale, 1924. Foto: PIB

IBA Emscher Park

Während der Internationalen Bauausstellung Emscher Park wurde die Jahrhunderthalle restauriert und in den 1990er-Jahren für Ausstellungen, Kultur- und Sportveranstaltungen nutzbar gemacht. 2002 begann der Umbau zum zentralen Spielort der RuhrTriennale. Durch reversible Vorhänge kann die Gesamtfläche von fast 10.000 Quadratmetern in drei unterschiedlich große Hallen unterteilt werden. Die vorhandenen Krananlagen sind multifunktional einsetzbar und bilden auch einen zentralen Teil des Bühnenkonzeptes.

Zwei Neubauten ergänzen die Jahrhunderthalle von außen. An der Südseite entstand 2003 als „Saal 1“, ein vollständig unterkellertes, zweigeschossiges Foyergebäude mit Galerie und Café. An den Stirnseiten schließen sich Balkone mit offenen Treppenanlagen an. Im Keller befindet sich die zentral angeordnete Besuchergarderobe mit WC-Anlagen. Ein zweiter Anbau entstand an der Seite, die dem Wasserturm zugewandt ist. In dem sechsgeschossigen Neubau mit Satteldach wurden unter anderem Garderoben- und Aufenthaltsräume für Künstler eingerichtet. Seit 1988 ist die Jahrhunderthalle Kristallisationspunkt der „Innenstadt-West“, einem neuen Stadtquartier, entwickelt von einer Projektgemeinschaft, bestehend aus der Stadt Bochum, NRW.URBAN als Treuhänderin des Grundstücksfonds NRW sowie dem Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen.

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Kontakt & Infos

Bochumer Veranstaltungs-GmbH
Jahrhunderthalle Bochum
An der Jahrhunderthalle 1
44793 Bochum
Telefon: +49 (0) 234 / 36 93-100

Öffnungszeiten

RUHR.INFOLOUNGE Bochum
Besucherzentrum im Pumpenhaus 2
Telefon: +49 (0) 234 / 36 93 111

Nov-Mrz: Sa/So 10-17 Uhr,
Apr-Okt: Di-Fr 12-18 Uhr,
Sa/So 10-18 Uhr

Die Jahrhunderthalle selbst ist gewöhnlich nur im Rahmen von Veranstaltungen zu besichtigen.

ÖPNV

Von Bochum Hbf (U-Stadtbahn-Ebene) mit Straßenbahn 302 oder 310 bis „Bochumer Verein / Jahrhunderthalle Bochum“

Fahrradverleih

metropolradruhr
Nächster Standort: Bochum Hbf., 2,2 km, 20 Minuten
www.metropolradruhr.de

RevierRad

am Ankerpunkt; Öffnungszeiten Mai-Sept-:  Di-So 9-19.00 Uhr und nach Vereinbarung
Reservierungen: Telefon +49 (0)2 08 / 84 85 720
www.revierrad.de