Kray-Wanner-Bahn

Die Rheinische Eisenbahngesellschaft, eine der drei großen Privatbahnen im Westen Preußens, eröffnete 1874 ausgehend vom Bahnhof Kray (heute Essen-Kray Nord) eine Güterzugstrecke nach Wanne an der Stammstrecke der Köln-Mindener Eisenbahn. 

Eine Güterzuglokomotive der Baureihe „Bautzen“ der Rheinischen Eisenbahngesellschaft. Quelle: Lokomotivbildarchiv Ostendorf, Essen
Eine Güterzuglokomotive der Baureihe „Bautzen“ der Rheinischen Eisenbahngesellschaft. Quelle: Lokomotivbildarchiv Ostendorf, Essen

Dem frühzeitigen Abbau bis in die jüngste Zeit entgangen

Der Zweck dieser eher unspektakulären, geradlinig verlaufenden Bahn war die Anbindung der Zechen Bonifacius, Rheinelbe, Alma, Pluto und Königsgrube mit ihren lukrativen Frachtaufkommen. Wegen der starken Konkurrenz zwischen den Eisenbahngesellschaften waren die Zechen bestrebt, gleich mehrere Gleisanschlüsse zu besitzen, um ihre Position bei der Festlegung der Frachttarife zu stärken. Die führte zu einem sehr dichten, aber nicht unbedingt systematischen Eisenbahnnetz im Ruhrgebiet. Die Kray-Wanner Bahn kann als Beispiel dieser „Übererschließung“ in der Frühzeit der Eisenbahn gelten.

Nach der Verstaatlichung der großen Privatbahnen wurde die Strecke folgerichtig von der Königlich Preußischen Eisenbahn-Verwaltung 1889 aufgegeben. Sie entging jedoch einem frühzeitigen Abbau, weil sie bis in die jüngste Zeit als Zechenanschlussbahn an unterschiedliche nacheinander folgende Betreiber verpachtet werden konnte.

1919 wurde gleichzeitig mit dem Nordabschnitt der Erzbahn zum Hafen Grimberg am Rhein-Herne-Kanal auch eine Verbindung zur Zeche und Kokerei Alma hergestellt.1933 wurde ausgehend vom Zechenbahnhof Rheinelbe eine weitere Verbindungsstrecke zur Zeche Holland 3/4/6 in Wattenscheid gebaut, die heute wie die ehemalige Streckenführung der Kray-Wanner Bahn ebenfalls zum Wander- und Radwegesystem ausgebaut sind. Die Anschlussbahnen der bereits 1931 stillgelegten Zeche Vereinigte Rheinelbe & Alma zur Kokerei Alma sowie zur benachbarten Eisenbahnwerkstatt blieben bis 1963 bzw. bis 1988 in Betrieb. Erst 1993 wurde mit der Schließung der Kokerei Zollverein auch der Bahnbetrieb endgültig stillgelegt. Bis zu diesem Jahr wurde noch Kohle des Bergwerks Consolidation in Gelsenkirchen-Bismarck über Erzbahn, Kray-Wanner Bahn und Zollvereinbahn zur Kokerei transportiert.

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Kontakt & Infos

Kray-Wanner-Bahn
Bochumer Straße /Ückendorfer Straße/Ostpreußenstraße
45886 Gelsenkirchen-Ückendorf

ÖPNV

Von Gelsenkirchen Hbf (U-Stadtbahn-Ebene) bzw. Bochum Hbf (U-Stadtbahn-Ebene) mit Straßenbahn 302 bis „Gesamtschule Ückendorf“, von Gelsenkirchen Hbf mit Bus 383 oder 385 bis „Hofstraße“