Siedlung Dahlhauser Heide

Krupp und Kappes: Arbeiterwohnen mit Heimatstil in der Gartenstadt.  Zwischen 1907 und 1915 errichtete das Essener Unternehmen für die Beschäftigten seiner Zechen Hannover und Hannibal eine variantenreiche Mustersiedlung mit dörflichem Charakter. 

Dahlhauser Heide, Barbarastraße um 1910. Rechts im Hintergrund die Zeche Hannover. Quelle: Historisches Archiv Krupp
Siedlung Dahlhauser Heide, Barbarastraße um-1910. Quelle: Historisches Archiv Krupp

„Kappskolonie“ rund um eine zentrale Parkanlage

Die Siedlung Dahlhauser Heide, im Volksmund auch „Kappskolonie“ genannt, wurde von der Firma Krupp in zwei Bauabschnitten zwischen 1907 und 1915 auf dem Gelände des ehemaligen Rittergutes Dahlhausen östlich der Zeche Hannover errichtet. Ihren Namen erhielt sie vom verbreiteten Anbau von Kohl, einem beliebten Grundnahrungsmittel der Bergleute.

Die hufeisenförmig um eine zentrale Parkanlage angelegte Siedlung mit leicht geschwungenen Verbindungstraßen umfasste ursprünglich 351 Gebäude mit 678 Doppelhaushälften, sechs Beamtenhäusern, vereinzeltem Geschosswohnungsbau und insgesamt 777 Wohneinheiten. Mit Ausnahme der zweieinhalbgeschossigen Beamtenhäuser an der Hordeler Heide basiert die Baustruktur auf zwölf anderthalbgeschossigen Typenhäusern, die in über 40 verschiedenen Variationen ausgeführt wurden. Alle verfügten über eine Wohnküche und ein Wohnzimmer im Erdgeschoss und zwei Schlafräume im Obergeschoss. Nach insgesamt nur geringen Kriegszerstörungen wurden 90 Haushälften im Originalstil mit vereinfachter Fassadengestaltung wiedererrichtet.

Die Planung der Siedlung für die Belegschaften der Krupp-Zechen Hannover und Hannibal lag beim leitenden Architekten des Krupp‘schen Baubüros, dem aus Württemberg stammenden Robert Schmohl. Er verband die Idee der Gartenstadt mit dem Heimatstil und entwarf eine Arbeitersiedlung mit dörflichem Charakter. Kindergärten, drei Schulen, Gemeindehäuser beider Konfessionen, eine Konsumanstalt und eine Bierhalle mit Saalbau kennzeichneten die eigenständige Infrastruktur der Mustersiedlung. Auch Platzgestaltung und Straßenverlauf folgten gartenstädtischen Grundgedanken. Die variantenreiche, fachwerkähnliche Fassadengestaltung mit Holzverschalungselementen und Fensterläden sowie die tief heruntergezogenen Dachtraufen orientierten sich an westfälischen Bauernhöfen. Großzügig angelegte Nutzgärten für Gemüseanbau und Kleintierhaltung und eine geschickte Eingrünung der Straßen und Plätze unterstreichen bis heute das Bild einer romantisch-heimatlichen Idylle.

Die Siedlung Dahlhauser Heide steht – anders als zu erwarten - nicht unter Denkmalschutz. 1974 beschloss der Bochumer Stadtrat eine Bestandsveränderungssperre und im Jahr darauf der Landeskonservator Westfalen-Lippe die Unterschutzstellung. Nach Erlass des nordrhein-westfälischen Denkmalschutzgesetzes 1980 erfolgte jedoch keine offizielle Eintragung in die Denkmalliste, da Stadt die Gestaltungssatzung für ausreichend hält.

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Kontakt & Infos

Siedlung Dahlhauser Heide
Hordeler Heide 178-188
44793 Bochum-Hordel

ÖPNV

Von Bochum Hbf mit Bus 368 bis „Hordeler Heide“