Westpark

Schwerindustrielles Erbe in Terrassenform bietet Naherholung in Parklandschaft und „Wasserwelten“.

Der Westpark an der Jahrhunderthalle Bochum. Foto: RIK/Reinhold Budde
Der Westpark an der Jahrhunderthalle Bochum. Foto: RIK/Reinhold Budde

Eine Erlebnislandschaft für das Quartier

Mit dem Projekt „Innenstadt-West“ wird eines der letzten großen Areale ehemals schwerindustrieller Nutzung in zentraler Lage Bochums wieder gewonnen. Das Gestaltungskonzept des ringförmigen Parks um die Jahrhunderthalle verfolgt mehrere Ziele: Es berücksichtigt die Vorgaben zur Bewältigung der Bodenkontamination und wertet das Image des Standortes auf, der damit für potenzielle Investoren attraktiv wird. Der öffentliche Park um die Jahrhunderthalle bietet eine Erlebnislandschaft, die für die umliegenden Wohnquartiere auch einen neuen Naherholungsbereich darstellt.

Der zwischen 1999 und 2007 in mehreren Abschnitten entstandene Park ist die vorerst letzte Schichtung auf einem Terrain, das zuvor über 130 Jahre der Produktion von Roheisen und Stahl gedient hatte. Die Reststoffe, darunter große Mengen an Schlacke, verblieben am Ort und bilden die Grundlage der heute noch vorhandenen Geländestruktur. Die unterschiedlichen Ebenen erleichterten zu Betriebszeiten die Errichtung neuer Produktionsstätten, die Anlage kreuzungsfreier Transportwege und Materialschüttungen aus der Höhe auf nun tiefer liegende Geländeteile.

Auch nach der Beseitigung der eigentlichen Fertigungsanlagen zeigt der Westpark diese terrassierte Landschaft mit beeindruckenden Industriebauten. Über dem städtischen Grundniveau von 70 Metern Höhe über Normalnull folgen in Zehn-Meter-Sprüngen zwei weitere Höhenschichten. Wie ein Krater liegt im Zentrum des Geländes die 80-Meter-Ebene, auf der die Jahrhunderthalle thront, die ehemalige Kraftzentrale des Werkes. Auf dieser Ebene befinden sich auch die 2007 entstandenen „Wasserwelten“ der ehemaligen Klärteiche und Kühltürme mit einer spektakulären Nachtgestalt. Darüber bildet die 90-Meter-Ebene einen breiten Geländesaum, auf dem sich früher im Norden die Hochöfen und im Süden das Siemens-Martin-Stahlwerk befanden. Steinerne Böschungen und weiche Geländemodellierungen verbinden die drei Niveaus.

Der Entwurf des neuen Westparks stellt die vorgefundene Geländestruktur heraus, überhöht sie an einigen Stellen und verbindet sie mit Rampen, Treppen und Brücken. Von der U-Bahnstation „Bochumer Verein/Jahrhunderthalle Bochum“ führt eine breite Treppenanlage hinauf auf die 90-Meter-Ebene. Vom Wohngebiet und dem Parkplatz im Westen führt ein Anstieg zur Jahrhunderthalle auf das mittlere Niveau. Eine Brücke von 70 Metern Länge, die Nordpolbrücke, überspannt zwischen Nordpol und Colosseum das neue Tor zum Park.

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Kontakt & Infos

Westpark
Allee Straße/Gahlensche Straße
44793 Bochum-Stahlhausen
RUHR.INFOLOUNGE Bochum
Besucherzentrum im Pumpenhaus 2
Telefon: +49 (0) 234 / 36 93 111
www.jahrhunderthalle-bochum.de

ÖPNV

Vom Hbf Bochum (U-Stadtbahn-Ebene) mit Straßenbahn Linie 302 oder 310 bis „Bochumer Verein/ Jahrhunderthalle Bochum“, mit Straßenbahnlinie 302 auch bis „Westpark“ oder vom Bahnhofsvorplatz mit Bus 345 bis „Jacob-Mayer-Straße/Jahrhunderthalle“

Öffnungszeiten

Der Park ist ständig frei und kostenlos zugänglich.

Tipps

Geschichtspfad Westpark: Auf dem Rundweg über acht Stationen durch das gesamte heutige Westpark-Areal wird der ehemalige Bochumer Verein als integriertes Hüttenwerk mit seinen unterschiedlichen Produktionsanlagen erfahrbar (Informationstafeln und Multimedia-Anwendung).

Geocaching-Erlebnisroute: Geocaching im Westpark zum Thema „Klimawandel und Artenvielfalt in Bochum“