Zeche Ewald

Förderturm und „Blauer Turm“: Innerhalb eines Areals mit denkmalwürdiger Zechen-Architektur wird Wasserstoff erzeugt und als Energieträger erprobt. Daneben ist ein Tourismusmagnet mit Revuepalast und Eventlocation entstanden.

Zeche Ewald 1/2/7. Foto: RIK/Thomas Berns
Zeche Ewald 1/2/7. Foto: RIK/Thomas Berns

Zahlreiche historische Gebäude sind noch erhalten

125 Jahre förderte das Bergwerk Ewald bis zur Stilllegung im Jahr 2000.Wie vielen anderen Zechen im Ruhrgebiet zu dieser Zeit machte auch der Zeche Ewald der Mangel an Arbeitskräften zu schaffen. Sie führte deshalb in Schlesien, Nordböhmen und im Erzgebirge mehrere Anwerbungskampagnen durch. Für die Zuwanderer wurden in der Nähe der Schachtanlage Siedlungen gebaut, von denen die erste 1874 an der heutigen Elisabeth- und Sophienstraße entstand. 1892 nahm ein zweiter Schacht die Förderung auf. 1954 erhielt die Zeche den neuen Zentralförderschacht 7, in dem bis zur Stilllegung die gesamte Förderung gehoben wurde.

Zahlreiche historische Bauwerke sind heute noch erhalten, unter anderem ein Malakowturm von 1875, das um 1900 entstandene Verwaltungsgebäude neben der Einfahrt sowie das gegenüberliegende, in neoklassizistischer Form gehaltene Büro- und Kauengebäude aus den 1920er-Jahren. Nach der Stilllegung der Zeche entwickelte die Stadt Herten gemeinsam mit der RAG Montan Immobilien GmbH ein anspruchsvolles Nutzungskonzept. Der städtebauliche Entwurf der Architekten Cino Zucci, Martin Halfmann und Peter Köster gliedert das „Projekt-Ewald“ in sieben „Landschichten“: Ein Regenwasserkanal, ein Valley aus Bäumen sowie eine großzügige Promenade strukturieren die Anlage, die dem historischen Gebäudebestand neue Gewerbe- und Bürokomplexe gegenüberstellt. Das Element Wasser verleiht dem Standort ein weiteres prägendes Profil.

Auf dem nördlichen Teil des Geländes befindet sich das Wasserstoff-Kompetenz-Zentrum Herten (H2H). Hier werden von der Wasserstofferzeugung über die Logistik bis hin zur Anwendung alle Stufen einer möglichen Wasserstoffwirtschaft entwickelt und erprobt. Den Schwerpunkt der Erzeugung bildet die Gewinnung von Gas aus dem erneuerbaren Energieträger „Biomasse“ im „Blauen Turm“.
Inzwischen haben sich mit dem „RevuePalast“ von Christian Stratmann in der ehemaligen Heizzentrale, einer Eventlocation in der Maschinenhalle-Süd sowie dem Tourismusbüro Herten in der ehemaligen Lohn- und Lichthalle bereits mehrere touristische Nutzungen auf dem Areal etabliert. In der Schachthalle entsteht zudem ein „Oldtimerzentrum“.

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Kontakt & Infos

Zeche Ewald / Besucherzentrum Hoheward
Werner-Heisenberg-Str. 14
45699 Herten
Telefon: +49 (0) 2366 / 18 11 6-0

Besucherzentrum Hoheward - Infopunkt
Cranger Straße 11
45661 Recklinghausen

Öffnungszeiten und Führungen

Apr-Okt: Di-Fr 10-18 Uhr, Sa/
So/Fei 10-13 & 13.30-18 Uhr,
Nov-Mrz: Di-Fr 10-17 Uhr, Sa/
So/Fei 10-13 & 13.30-17 Uhr

Im Besucherzentrum Hoheward (Lohn- & Lichthalle, Zeche Ewald) wartet die interaktive Erlebnisausstellung „Neue Horizonte - Auf den Spuren der Zeit“ mit 25 Mitmach-Stationen auf die Besucher. Horizontastronomie zum Anfassen, Modelle der astronomischen Halden-Plateaus, der Zusammenhang zwischen Kohle und Halden, elementar-Astronomie für Jung und Alt. Auch Führungen werden im Rahmen der Ausstellung durchgeführt (öffentliche Führung So 14-15 Uhr).

ÖPNV

Von Wanne-Eickel Hbf oder Herten Mitte mit Bus SB27 bis „Bergwerk Ewald 1/2“ 

metropolradruhr

Nächster Standort: Künstlerzeche Unser Fritz, Herne, 4,0 km,
19 Min.; Wanne-Eickel Hbf. (S2/RE2/RE3/RB42/RB43/RB46), 5,7 km, 28 Min.

www.metropolradruhr.de

GASTRONOMIE

Ewald Cafe
Telefon +49 (0) 2366 / 50 28 44
www.ewald-cafe.de