Zeche Recklinghausen I

„Klärchen“ kommt ursprünglich aus Belgien – ab 1889 heißt das Bergwerk Recklinghausen I so. Ein repräsentatives Verwaltungs- und Kauengebäude erinnert heute noch an die Zeche.

Die Kauen und das Verwaltungsgebäude der Zeche Recklinghausen. Quelle: Zeitschrift Glückauf, 1905
Die Kauen und das Verwaltungsgebäude der Zeche Recklinghausen. Quelle: Zeitschrift Glückauf, 1905

Ähnlichkeit zur Zeche Bismarck 1/4

1869 begann die belgische Gesellschaft Société Civile Belge des Charbonnages d' Herne-Bochum mit der Niederbringung des Schachtes Clerget I in Recklinghausen-Süd.

Ihren Namen, von den Bergleuten bald in „Klärchen“ umgewandelt, erhielt die Zeche nach einem Ort in der Nähe von Brüssel. 1889 erwarb die Harpener Bergbau AG den Grubenbesitz der belgischen Gesellschaft. Die Schachtanlagen Clerget I wurde nun in Recklinghausen I umbenannt.

Am 12. Dezember 1900 verbot das Oberbergamt Dortmund endgültig die gleichzeitige Nutzung ein und desselben Schachtes zum Ein- und Ausziehen frischer bzw. verbrauchter Luft und Gase (Wetter). Deshalb musste, wie auf vielen anderen Zechen zu der Zeit, ein zweiter Schacht auf Recklinghausen niedergebracht werden. Für die Anlage des neuen Schachtes mussten mehrere Tagesanlagen der Zeche abgerissen werden, darunter das Verwaltungs- und Kauengebäude. Sie wurden um 1900 durch die heute noch existierenden Gebäude ersetzt. Der neue Schacht förderte von 1905 bis 1931, dann gingen Grubenfeld und Schächte auf die Anlage Recklinghausen II über.

Von den Tagesanlagen der Zeche ist nur noch das dreiteilige Kauen- und Verwaltungsgebäude erhalten. Mit seinen wechselnd aus Putzflächen und Backstein gestalteten Schaufassaden ähnelt es sehr der zur gleichen Zeit gebauten Kaue von Zeche Bismarck 1/4. Der größere, näher an der Straße liegende, längliche Bau ist mit vier Shed-Dächern überdacht. Er enthielt im hoch liegenden Untergeschoss die Magazinräume, im Erdgeschoss waren, streng getrennt für ältere und jugendliche Arbeiter, Ankleide-, Duschräume und Toiletten untergebracht. Vorne an der Giebelseite des Mittelbaus befanden sich im Untergeschoss ein Aufenthaltsraum für die Tagesarbeiter und darüber die Markenkontrolle. Der hintere Bereich war für die Lampenstube vorgesehen.

zurück 43/48 vor

Kontakt & Infos

Zeche Recklinghausen I
Hochlarmarkstraße
45661 Recklinghausen-Süd

ÖPNV

Bahnhof „Recklinghausen Süd“

metropoleruhr.de #Route-Industriekultur #Themenrouten #08 Erzbahn-Emscherbruch #Zeche Recklinghausen I