Burg Wetter und Harkorthaus

Burg Wetter
Burg Wetter

Die Burg Wetter wurde erst durch Friedrich Harkort bekannt, der hier 1819 die "Mechanische Werkstätte Harkort & Co.", eine der ersten Maschinenbaufirmen im Ruhrgebiet, gründete. In Johann Heinrich Kamp fand er einen kapitalkräftigen Teilhaber und in dem englischen Ingenieur Thomas einen versierten Techniker. Vom preußischen Fiskus erwarb Harkort die leerstehende Burg Wetter und richtete seine Maschinenfabrik ein, in der neben Dampfmaschinen auch Gasbeleuchtungsapparate produziert wurden. Dank zusätzlicher staatlicher Förderung war die "Mechanische Werkstätte" bereits 1825 mit 94 Arbeitern zu einer der größten Industriebetriebe Westfalens aufgestiegen. Harkort verzettelte sich bei der Leitung des Betriebs, hing seinen weitreichenden Eisenbahnplänen nach und kümmerte sich nicht energisch genug um die Qualität der erzeugten Produkte. Als auch die staatliche Förderung aufhörte, trennte sich der Teilhaber Kamp von Harkort. Kamps Söhne übernahmen den Betrieb und konsolidierten ihn wieder. Später ging aus ihm die heutige Demag Cranes hervor. Von dem einstigen Industriestandort auf der Burg, an dem die ersten deutschen Dampfmaschinen hergestellt wurden, ist heute nichts mehr zu sehen. Ein Teil der Gebäude ist zu Wohnungen umgebaut worden. Von der Burg stehen nur noch wenige Mauern und der Burgturm. Eine Treppe führt zu einem Aussichtspunkt auf den Harkortsee.

Als Harkort nach Wetter kam, erwarb er das Haus Burgstraße 26 (den ehemaligen Boeler Burgmannenhof) und verbrachte dort auch die längste Zeit seines Aufenthalts. Erst in den 1850er Jahren lebte er im Haus Burgstraße 17, das ihm aber nie gehörte. Seit 1925 wurde es offiziell als "Harkorthaus" bezeichnet. Das an der zur Ruhr (dem heutigen Harkortsee) hin abfallenden Seite der Burgfreiheit Wetter gelegene, große, aber schlichte Fachwerkhaus (17./18. Jh.) ist das ehemalige reformierte Schulhaus von Wetter. Es stand als baufällig zum Verkauf, als die Schule 1839 einen Neubau erhielt. 1840 kaufte Carl Gravemann, ein Geschäftspartner des schwer verschuldeten Harkort, das Haus in dessen Namen. 1845 ging es an Kinder Harkorts über, und in den 1850er Jahren lebte Friedrich Harkort zeitweise hier. Bis 1922 blieb es im Besitz der Erben, und über einen Zwischenbesitzer erwarb es die Stadt Wetter 1926. Nach einer Nutzung als Jugendherberge ist hier heute das Stadtarchiv untergebracht. 

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Kontakt & Infos

Stadtarchiv
Burgstraße 17
58300 Wetter

ÖPNV

Vom Bahnhof Wetter (Ruhr) ca. 15 Minuten Fußweg oder mit Bus 553, 555 bis "Freiheit"