Denkmal des Ministers Stein am Rathaus Wetter

Denkmal des Ministers Stein. Foto: RIK / R. Budde
Denkmal des Ministers Stein. Foto: RIK / R. Budde

Bei dem 1909 von Richard Grüttner geschaffenen Denkmal am Rathaus in Wetter handelt es sich um eine Bronzefigur mit einer Höhe von ca. 2,50 Metern auf einem Sandsteinsockel. Durch ihr Material, grün patinierte Bronze, hebt sich die Figur von der Haustein-Fassade der Rathauses ab. Die Figur ist dadurch trotz ihrer Verbindung mit dem repräsentativen Bau ein selbständiges Denkmal Steins, der hier 1784 bis 1792 lebte und als Oberbergrat das Bergamt leitete, dessen Gebäude unweit dieser Stelle lag.

Heinrich Friedrich Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein wurde 1757 in Nassau geboren. Er trat 1780 in den preußischen Staatsdienst ein. Vier Jahre später, am 16. Februar 1784, wurde er Bergamtsdirektor für die Grafschaft Mark. Sitz des märkischen Bergamtes war zu dieser Zeit Wetter an der Ruhr, das Amtsgebäude befand sich auf dem Gelände von Burg Wetter. Noch im Jahr seiner Amtsübernahme unternahm der 28jährige eine Inspektionsreise durch die Bergbaureviere seines Bezirks. Stein vermerkte einen "gänzlichen Mangel an Ordnung" auf Seiten der Gewerken sowie "Unwissenheit des Handwerks und Schläfrigkeit" bei den Bergleuten. Auf seine Veranlassung wurden bei den Zechen die regelmäßige Vorlage von Rechnungsbüchern und Fahrberichten beim Bergamt zur Pflicht gemacht. Von der Behörde eingesetzte Oberschichtmeister und Obersteiger übernahmen die Verwaltung der Gruben. Die Einführung neuer Techniken war ihm besonders wichtig. So reiste v. Stein im Winter 1786/87 nach England, um sich über die Einsatzmöglichkeiten der Dampfmaschine im Bergbau zu informieren. 1790 veranlasste v. Stein die Bestellung einer Dampfmaschine beim schlesischen Bergamt. Diese wurde 1801 auf der Zeche Vollmond in (Bochum-)Langendreer als erste Dampfmaschine im Ruhrbergbau aufgestellt.

Stein wurde 1792 Direktor des neugegründeten Westfälischen Oberbergamtes, einer auf seine Initiative hin erfolgten Zusammenlegung der Bergämter der Bezirke Wetter an der Ruhr, Ibbenbüren und Minden-Ravensberg.

1804 wurde v. Stein preußischer Wirtschafts- und Finanzminister. In dieser Funktion setzte er u.a. die Aufhebung der Binnenzölle und Steuerreformen durch. Drei Jahre später wurde er als leitender Minister in die preußische Regierung gerufen, musste jedoch nach einem Jahr wieder um seine Entlassung bitten. In diesem Jahr schuf er die Grundlagen für sein Reformwerk, die Aufhebung der Erbuntertänigkeit der Bauern, die Städteordnung, die Befreiung des Gewerbes von den seit dem Mittelalter tradierten Zwängen, die Reorganisation der Staatsbehörden und Vorstufen einer Heeresreform. Stein arbeitete 1812 an der Organisation des Krieges gegen Napoleon mit und nahm in den folgenden Jahren an den Beratungen des Wiener Kongresses teil. Seine Hauptaufgabe sah Stein nun in der Einigung der deutschen Nation.

Nach dem Rückzug ins Privatleben (1815) lebte er auf seinem Altersruhesitz Schloss Cappenberg bei Lünen, wo er am 29. Juni 1831 im Alter von 73 Jahren starb. 

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Kontakt & Infos

Denkmal des Ministers Stein am Rathaus Wetter
Kaiserstr. 170
58300 Wetter

Wetter

Vom Bahnhof Wetter (Ruhr) ca. 15 Minuten Fußweg oder mit Bus 553, 555 bis "Freiheit"