Elbershallen

Elbershallen. Foto: RIK / R. Budde
Elbershallen. Foto: RIK / R. Budde

Im Zentrum von Hagen liegt das Firmengelände der ehemaligen Textilfabrik Gebrüder Elbers, die für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt von großer Bedeutung war. Hervorgegangen aus einer kleinen Rotfärberei mit angeschlossener Buntweberei, entwickelte sich der  Betrieb ab 1822 zu einer "Türkischrotgarnfärberei und -druckerei". Mit dem Bau einer eigenen Baumwoll-Spinnerei und Weberei in den 1860er Jahren wurde die Produktion deutlich vergrößert und unabhängig von der Lieferung von Rohgewebe. In baulicher und technischer Hinsicht passte sich der Betrieb stets den veränderten Marktbedingungen an. Für die Wirtschaftsgeschichte der Stadt Hagen ist das Textilunternehmen ein bedeutendes Zeugnis für das zweite wirtschaftliche Standbein neben der Eisenindustrie.

Im Jahre 1996 musste die Gesellschaft für Elbersdrucke mbH den Betrieb schließen, womit der letzte Großbetrieb in der Hagener Innenstadt sein Ende fand. Ursprünglich reichte das Fabrikgelände etwa bis zur Elisabethstraße. Doch nach einem Konkurs um 1930 erfolgte die Fortsetzung des Betriebes 1932 nur noch als "Gesellschaft für Elbersdrucke" auf gleichsam halbiertem Areal. 

Die erhaltenen Betriebsgebäude der Textilfabrik Elbers dokumentieren auf engstem Raum ein breites Spektrum von zeittypischer Architektur aus der Zeit zwischen 1850 und 1960. Seit 2003 steht der überwiegende Teil der Betriebs- und Verwaltungsgebäude unter Denkmalschutz. Besonders in den letzten Jahren hat sich das ehemalige Industriequartier zu einem attraktiven Freizeit- und Kulturstandort entwickelt. In den historischen Backsteingebäuden findet man heute sehr hochwertige Gastronomie und vielseitige Angebote für Freizeit und Kultur. 

Das um 1910 entstandene Verwaltungsgebäude an der Dödter Straße ist in Anlehnung an die italienische Renaissance gestaltet und weist Elemente eines florentinischen Palazzo auf. Der Sitzungssaal wurde von Henry van der Velde gestaltet. Seine Ausstattung ist leider nicht mehr vorhanden. Heute dient das ehemalige Verwaltungsgebäude der Städtischen Musikschule Hagen als Domizil.

Ebenfalls in Anlehnung an die florentinische Renaissance entstand 1906 das Turbinenhaus an der Volme. Nach Umbau wird es seit 1985 von der Großen Hagener Karnevalsgesellschaft als Vereinsheim genutzt. Sehenswert ist das Maschinenhaus der einstigen Weberei und Spinnerei, das in den Jahren 1862 bis 1864 in neugotischer Formensprache errichtet worden ist. Der Backsteinbau mit chorähnlichem Abschluss wird aufgrund seines sakralartigen äußeren auch Kapelle genannt. Im September 2011 eröffnete hier das "Theater an der Volme" als Kammerspieltheater mit 99 Plätzen.

Der 1861 errichtete Kamin des Kesselhauses ist einer der ältesten erhaltenen Westfalens und galt mit seinen 85 Metern Höhe lange Zeit als einer der höchsten Schornsteine Deutschlands.

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Kontakt & Infos

Elbershallen
Dödterstraße 10
58095 Hagen

Theater an der Volme
(Theaterkasse)
Dödterstraße 10
Fon 02331 6958845
www.theaterandervolme.de

ÖPNV

Von Hagen Hbf ZOB (Bussteige 3 oder 4) mit Bus 510, 512, 516 oder 519 bis "CineStar"