Klavierfabrik Rud. Ibach Sohn

Plakat Klavierfabrik Rud. Ibach Sohn. © Fa. Ibach
Plakat Klavierfabrik Rud. Ibach Sohn. © Fa. Ibach

Rud. Ibach Sohn war bis zur Betriebseinstellung Ende 2007 die älteste produzierende Klavierfabrik der Welt. Über 200 Jahre fanden Instrumente des Schwelmer Unternehmens in der ganzen Welt Verbreitung. Bedeutende Komponisten wie Richard Wagner, Franz Liszt, Johannes Brahms, Arnold Schönberg und Richard Strauss rühmten den Klang der Ibach'schen Flügel.

Johann Adolph Ibach baute 1794 in Beyenburg, heute ein Stadtteil von Wuppertal, sein erstes Tafelklavier. Noch vor der Wende zum 19. Jahrhundert verlegte er seine Werkstatt nach Barmen. Im Jahre 1817 entstand auf halbem Wege zwischen Barmen und Elberfeld ein eigenes neues Wohn- und Fabrikgebäude. Neben dem Klavierbau bildete der Orgelbau ein wichtiges Standbein des jungen Unternehmens. Ab 1839 übernahmen die Brüder Carl Rudolf Ibach und Richard Ibach den väterlichen Betrieb. In dieser Zeit entstanden einige interessante Instrumente: Die Orgeln auf Schloss Stolzenfels am Rhein und in der Basilika in Trier sowie die erste Konzertorgel Europas für die Barmer Bürgergesellschaft. Im Jahre 1869 entschloss sich Peter Adolf Rudolf Ibach, der Sohn und Nachfolger Carl Rudolfs den Klavierbau als eigenständiges Unternehmen unter dem Namen Rud. Ibach Sohn zu führen. Der Orgelbau wurde von seinem Onkel Richard Ibach als selbständiges Unternehmen fortgeführt.

Der boomende Klavierbau im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts ließ Ibach nach neuen Fabrikräumen Ausschau halten. Nachdem bereits in Köln eine Niederlassung mit Kunstschreinerei gegründet worden war, suchte man für die Ausweitung der Produktion eine Stelle, die dem Stammsitz im Tal der Wupper möglichst nahe war.

In Schwelm bot sich die Möglichkeit, eine ehemalige Textilfabrik mit eigener Wasserversorgung und Eisenbahnanschluss zu übernehmen. Nach kurzer Umbauzeit wurde mit der Schwelmer Niederlassung eine der modernsten Produktionsstätten des Rheinlandes und Westfalens eingeweiht. Ab der Mitte der 1880er Jahre wurden hier ausschließlich Klaviere hergestellt, während die Flügelproduktion den Fabriken in Barmen und Berlin vorbehalten blieb. Nach den Verwüstungen des 2. Weltkrieges und dem allgemeinen Rückgang der Klavierindustrie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wurden alle Produktionsstätten und die Verwaltung in Schwelm konzentriert, auch das Stammhaus in Barmen musste aufgegeben werden.

Das Gebäude der Schwelmer Fabrik gehört seit 1987 einer Vermögensverwaltungsgesellschaft, in der die Fa. Ibach zuletzt zwei obere Etagen als Produktionsfläche nutzte. Im übrigen Gebäude waren auch bisher schon verschiedene Kultur- und Dienstleistungsunternehmen untergebracht. Seit 1997 wird von privater Seite an einem "virtuellen Museum" im Internet über die Firma Ibach gearbeitet: www.historische-daten.de/projekte/museum.htm 

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Kontakt & Infos

Klavierfabrik Rud. Ibach Sohn
Wilhelmstr. 45
58332 Schwelm
Telefon: +49 (0) 2336 / 93588-0

ÖPNV

Vom Bahnhof Schwelm (RE4, RE7, RE13, S8) ca. 10 Minuten Fußweg immer geradewegs entlang der Bahnlinie