Viadukt der Rheinischen Eisenbahn

Das Viadukt der Rheinischen Eisenbahn in Hagen-Westerbauer. Foto: RVR / R. Budde
Das Viadukt der Rheinischen Eisenbahn in Hagen-Westerbauer. Foto: RVR / R. Budde

Die erste Eisenbahn von Elberfeld über Hagen nach Dortmund wurde 1848 von der Bergisch-Märkischen Eisenbahn in Betrieb genommen. Ihre Trasse verläuft rechts der Ennepe am Berghang. 1879 eröffnete die Rheinische Eisenbahn-gesellschaft eine Parallelstrecke auf der gegenüberliegenden Talseite. Handel und Gewerbe begrüßten die neue Eisenbahnlinie als Entlastung der stark benutzten Bergisch-Märkischen Eisenbahn. Für die Kunden war die neue Strecke auch in finanzieller Hinsicht lohnend, denn die beiden Eisenbahngesellschaften traten nun über die Frachttarife miteinander in Wettbewerb.

Dieser Zustand währte indes nicht lange, denn 1880 wurde die Rheinische Eisenbahngesellschaft verstaatlicht. Zwei Jahre später ging auch die Konkurrenz in das Eigentum des preußischen Staates über. Die Rheinische Eisenbahn kam zwar mit einer flacheren Trassierung aus als die Bergisch-Märkische Bahn, doch waren umfangreiche Erdarbeiten und, zum Teil wegen der Geländebeschaffenheit, aber auch wegen bereits vorhandener Bebauung, zahlreiche Brückenbauten erforderlich, darunter der Viadukt an der Grundschötteler Straße. Er befindet sich in einem Gebiet mit einer reichen industriellen Vergangenheit, das insbesondere durch die Unternehmungen der Familie Harkort geprägt wurde. Weitere industriegeschichtliche Zeugnisse im Umkreis des Viadukts sind Haus Harkorten, die Reste des Harkort'schen Eisenwerks, und die Trasse der Harkortschen Kohlenbahn.

Zwischen Hagen und Gevelsberg West benutzt heute die S-Bahn S8 die Rheinische Strecke. 

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Kontakt & Infos

Viadukt der Rheinischen Eisenbahn
Grundschötteler Straße
58135 Hagen-Westerbauer

ÖPNV

Von Hagen Hbf mit Bus SB72, 513, 542 bis „Grundschötteler Straße“

Tipp

Nur noch rudimentäre Reste sind von der Hasper Hütte übrig geblieben, dem einst größten Industriebetrieb im Hagener Raum. Die Anlagen dieses Hüttenwerks erstreckten sich über 3,5 km zwischen Wehringhausen und Westerbauer. In seiner Blütezeit hatte das zum Klöckner-Konzern gehörende Unternehmen 7.000 Beschäftigte und verfügte über vier Hochöfen, Thomas-, Siemens-Martin- und Elektro-Stahlwerk sowie Blech- und Profilwalzwerk. Der Gesamtstilllegung der Anlagen zwischen 1972 und 1982 folgte eine äußerst aufwendige Sanierung. Heute befinden sich auf dem Gelände neue Wohn- und Einkaufsflächen, welche sich an die Hasper Innenstadt anschließen, Sportanlagen und Kleingewerbe-Gebiete. Zur Erinnerung an die Hasper Hütte wurden auf dem Hüttenplatz in den 1990er Jahren zwei Denkmäler aufgestellt: Walzenständer sowie Gießpfanne mit Schornstein.