Alte Reichsstraße 1

Alte Reichsstraße 1. Foto: RIK / R. Budde
Alte Reichsstraße 1. Foto: RIK / R. Budde

Die Ursprünge der heutigen Wickeder Chaussee gehen auf den bereits seit dem ersten Jahrhundert n.Chr. bestehenden Hellweg zurück. Schon Fernhandel aus Flandern führte von Duisburg über diese Verkehrsverbindung nach Westfalen und das Gebiet zwischen Weser und Elbe.

Die industrielle Entwicklung im frühen 19. Jahrhundert führte zu massiven Güter- und Personenbewegungen. Der preußische Staat trieb daher ab 1815 den Straßenbau voran: befestigte oder gepflasterte Wegstrecken, sogenannte Kunststraßen, wurden angelegt. Auch die wichtige West-Ost-Verbindung durch das Ruhrgebiet wurde auf diese Weise ausgebaut.

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts war die Eisenbahn wichtigstes Transportmittel geworden, staatliche und private Gesellschaften investierten entsprechend in ihren Ausbau. Mit der Zunahme des motorisierten Verkehrs erhielten die alten Straßen wieder eine erhöhte Bedeutung. Daher wurde ab 1926 mit dem Bau des 70 km langen Ruhrschnellweges, ebenfalls von Duisburg über Essen, Bochum und Dortmund ins östliche Ruhrrevier, begonnen. Die dreispurige Fahrbahn war neun Meter breit und hatte seitliche Geh- und Radwege. 1932 war der dreispurige, neun Meter breite  Ruhrschnellweg mit seitlichen Geh- und Radwegen fertiggestellt. 1934 erklärte ein Reichsgesetz zur Neuregelung des Straßenwesens und der Straßenverwaltung unter anderem den Ruhrschnellweg zum Teilstück der 1392 Kilometer langen Reichsstraße 1, die von Aachen nach Königsberg führte.

Im Zuge der Umbenennung der Straßen nach dem Zweiten Weltkrieg in Bundes- und Landesstraßen erhielt der Ruhrschnellweg Anfang der 1950er Jahre den Namen Bundesstraße 1.  Zwischen 1954 und 1963 erfolgte ein weiterer Ausbau der B 1. Von Essen ausgehend wurden die insgesamt 52,7 Kilometer der zentralen Ost-West-Verbindung des Reviers auf vier Fahrspuren erweitert, 14 neue Anschlussstellen geschaffen und ein neues Teilstück durch Dortmund angelegt. Zur Entlastung der B 1 ab Dortmund in östlicher Richtung war bereits nach dem Zweiten Weltkrieg die neue Bundesautobahn A 44 (Dortmund-Kassel)  in Angriff genommen worden. Die 1975 endgültig fertiggestellte Autobahn verläuft bis Geseke nahezu parallel südlich der Trassenführung der B 1. 

Die früher stark befahrene Hellweg-Trasse ist zwischen Dortmund und Paderborn durch die B 1 und die A 44 vollständig entlastet worden und heute eher eine beschauliche Route für Radwanderer. Der westliche Abschnitt Duisburg-Dortmund war dagegen richtungsweisend für den Verlauf der heutigen  A 40. Hier ist der Hellweg im Grunde sogar die zentrale Verkehrsachse geblieben.  

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Kontakt & Infos

Alte Reichsstraße 1
Nördlich des Ruhrschnellweges (B 1) befindet sich die Wickeder Chaussee, die vom Flughafen Dortmund tangiert wird.

ÖPNV

Von Dortmund Hbf mit Stadtbahn U47 bis "Aplerbeck", dann mit Bus 440 bis "Dortmund Airport" oder direkt mit Airport-Express-Bus ab Dortmund Hbf (ZOB); vom Bahnhof Unna mit Bus C41 bis "Dortmund Airport"; vom Bahnhof Holzwickede Shuttlebus bis "Dortmund Airport".