Böhler Welding (ehem. Westfälische Union)

Böhler Welding. Foto: RIK / R. Budde
Böhler Welding. Foto: RIK / R. Budde

Der heutige Standort der Böhler Welding (Schweißen engl.: Welding) geht auf eines der beiden traditionsreichen Unternehmen der Hammer Drahtindustrie zurück. 1853 wurde die Firma Cosack & Comp. als Puddel- und Walzwerk mit Eisendrahtzieherei und Eisengießerei gegründet. Aus dem Zusammenschluss mit anderen bedeutenden montanindustriellen Werken entstand daraus 1873 die "Westphälische Union Aktiengesellschaft für Bergbau, Eisen und Drahtindustrie zu Hamm". Fast 2.100 Mitarbeiter fertigten jetzt Stabeisen, Werkdraht, gezogenen Draht, Drahtstifte, Nieten und Wagenachsen. Insgesamt 83 Puddelöfen, 44 Drahtglühöfen und 114 Drahtstiftmaschnen arbeiteten in den Betrieben der Westfälischen Union (WU). 1897 wurde erstmals in Europa eine nach amerikanischen Muster gebaute Drahtstraße in Betrieb genommen. Eine Alternative zur mittlerweile veralteten Puddelstahl-Erzeugung bot sich zur gleichen Zeit mit der Angliederung an die Phoenix AG für Bergbau und Hüttenbetrieb in Ruhrort. Dort konnte man den im Thomas-Verfahren erzeugten qualitätsintensiven Flussstahl für die immer mehr ansteigende Drahtproduktion nutzen.

In den wirtschaftlich schwierigen Jahren nach dem Ersten Weltkrieg schlossen sich mehrere deutschen Montanunternehmen, darunter die Phoenix, 1926 zum Mega-Konzern "Vereinigte Stahlwerke AG" (VST) zusammen. 1951 wurde die WU auf Beschluss des Alliierten Kontrollrates aus der VST ausgegliedert . 1952 erfolgte eine Neugründung des Unternehmens, das eine Tochter der Niederrheinischen Hütte wurde, die 1956 in der August Thyssen-Hütte AG aufging. Sie lieferte Walzdraht als Vormaterial für die Drahtwerke der WU. Bis 1960 wurde die Eisendrahtherstellung weitgehend auf die WU konzentriert. Im Lieferprogramm wurde der Umfang der Erzeugnisgruppen gewaltig ausgedehnt: U. a. gehörten dazu Drahtseile für den Bergbau-, Industrie-, Schiffs-, und Baubereich, Eisen-, Stahl- und Stacheldraht, Drahtstifte, Drahtgeflechte sowie Spann- und Blankstahl. Außerdem wurden für das Baustahlgewerbe bedeutende Mengen von Baustahlmatten hergestellt. Auch die Herstellung von Schweißdrähten und -elektroden gewann zunehmend an Bedeutung. In den 1970er Jahren wurde die Anbindung der WU an den Thyssen-Konzern weiter intensiviert, was sich auch in der Verabschiedung vom Traditionsnamen "Westfälische Union" und in der Umbenennung in Thyssen Draht AG im Jahr 1978 widerspiegelt. 1990 wurden die schweißtechnischen Sparten von Thyssen Draht und Thyssen Edelstahl in dem Gemeinschaftsunternehmen Böhler Thyssen Schweißtechnik zusammengefasst und 2003 auch der Thyssen-Anteil von der österreichischen Böhler Uddeholm AG übernommen, die heute zum Voestalpine-Konzern gehört. 

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voestalpine Böhler Welding Germany GmbH
Unionstr. 1
59067 Hamm
Telefon: +49 (0) 2381 / 271-02

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