Gaswerk Hamm

Gaswerk Hamm. Foto: RIK / R. Budde
Gaswerk Hamm. Foto: RIK / R. Budde

Der 3. Februar 1858 steht für ein besonderes Datum in der Hammer Stadtgeschichte. An diesem Tag wurde die Aktiengesellschaft für Gasbeleuchtung gegründet. Weil die Errichtung einer städtischen Gasanstalt die finanziellen Möglichkeiten der Stadt Hamm überstiegen, ging die Initiative zur Gründung der Aktiengesellschaft von Privatpersonen aus. Allerdings war auch die Stadt Hamm als Kapitaleigner an der Aktiengesellschaft beteiligt und hatte sich das Recht gesichert nach 25jähriger Laufzeit alle Aktien übernehmen zu können. Als Standort diente zunächst das Grundstück, auf dem später das Stadtbad errichtet wurde.

Nachdem 1883 die Gasanstalt in städtische Eigenregie übergegangen war, erfolgte in den Jahren 1904 bis 1909 die Umsiedlung der Betriebsanlagen zum Langewanneweg. Das Gelände bot bessere Möglichkeiten für die notwendigen Kapazitätserweiterungen. 1904 wurde ein Gasbehälter mit einem Fassungsvermögen von 18.000 Kubikmeter gebaut. Die neue Gasanstalt war für eine Tagesproduktion von 20.000 Kubikmeter und eine Jahresleistung von vier Millionen Kubikmeter ausgelegt.

Bis 1918 blieb das Gaswerk in Betrieb, dann wurde die Eigenerzeugung aufgegeben. Eine Gussrohrleitung von 150 mm Durchmesser, die zwischen 1916 und 1918 angelegt wurde, versorgte nunmehr das Gaswerk am Langewanneweg mit Kokereigas der Zeche Radbod und ersetzte die städtische Eigengasproduktion. Der Gasometer wurde nur noch als Zwischenspeicher genutzt, bevor das Gas an die Verbraucher abgegeben wurde. Die Gaserzeugungsanlagen wurden abgerissen.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Gasbehälter stark beschädigt. Er wurde zwar nach Kriegsende wieder aufgebaut, aber bereits 1952/53 wegen ständig steigender Nachfrage durch einen neuen Gasometer mit 50.000 Kubikmeter Fassungsvermögen ersetzt. Bis Ende der 1960er Jahren waren neue Gasversorgungs-Gebiete im Hammer Osten, die Gemeinde Werries-West und eine Mischgut-Anlage für Bitumen-Splitt im Hammer Stadthafen hinzugekommen, die eine Erweiterung des Rohrnetzes notwendig machten. 1969 erstreckte sich das Gasrohrnetz auf eine Gesamtlänge von ca. 254 Kilometern. Die Gesamtjahresabgabe an Gas betrug im gleichen Jahr fast 300 Millionen kWh.

Die 1970er Jahre standen ganz im Zeichen der Umstellung auf Erdgas. Dafür waren kostspielige technische Umrüstungs- und Erweiterungsmaßnahmen notwendig. Auch das Versorgungsgebiet wurde durch die Übernahme des Gasrohrnetzes der VEW im Bereich der ehemaligen Stadt Bockum-Hövel zum 1. Januar 1979 nochmals ausgedehnt. Bis 1986 kamen noch die Stadtteile Pelkum und Hamm-Heessen dazu.

Die Stadtwerke Hamm versorgen heute weite Teile der Stadt mit Erdgas. An die ca. 650 Kilometer langen Erdgasleitungen sind rund 24.500 Haushaltsanschlüsse angebunden. Jährlich werden etwa 1,8 Milliarden Kilowattstunden Erdgas zu den Kunden in Haushalt, Gewerbe und Industrie transportiert. 

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Kontakt & Infos

Stadtwerke Hamm GmbH
Erdgas und Trinkwasser
Langewanneweg 89-93
59063 Hamm

ÖPNV

Vom Bahnhof Hamm ("Neue Bahnhofstraße") mit Bus 7 bis "Tierpark"