Hüttenwerke Kayser

Aurubis Lünen. Foto: RIK / R. Budde
Hüttenwerke Kayser. Foto: RIK / R. Budde

Im Jahr 1861 gründete der Unternehmer C. Wilhelm Kayser die gleichnamige Firma in Berlin, die sich zunächst vor allem mit der Rückgewinnung von Edelmetallen befasste. Schon sehr bald baute das Unternehmen aber seine Kupferaktivitäten aus und spezialisierte sich ganz auf die Erzeugung von Kupfer aus kupferhaltigen Sekundärstoffen. Dabei nutzte Kayser als erste „Altkupferhütte“ der Welt eine neue bahnbrechende Technologie. Im Jahr 1881 waren die ersten Siemens-Generatoren reif für den industriellen Einsatz und konnten zur Produktion von hochwertigem Elektrolytkupfer herangezogen werden.

Für die Gewinnung von Kupfer aus kupferhaltigen Sekundärstoffen nahm 1916 eine weitere Produktionsstätte in Lünen ihre Arbeit auf. Für die Entscheidung zugunsten des Standortes Lünen sprachen mehrere Faktoren, vor allem aber die nah gelegen Bezugsmöglichkeiten für den Rohstoff Kohle. Ferner bot Lünen durch die Nähe zur Eisenbahn und zum Lippe-Seitenkanal günstige Verkehrsanbindungen. Im Ersten Weltkrieg deckten die Hüttenwerke teilweise den Bedarf an Kupferprodukten für Heereszwecke. In den 1920er Jahren stieg das Unternehmen zu einem der führenden deutschen Kupferproduzenten auf, eine Entwicklung, die sich auch im Ausbau der Produktionsanlagen widerspiegelte.

Das im Krieg teilzerstörte Werk nahm 1946 wieder die Produktion auf. Das Produktionsprogramm wurde um die Herstellung von Legierungen erweitert. Bereits 1951 konnte eine Walzkupferhütte zur Weiterverarbeitung von Elektrolytkupfer-Kathoden die Produktion aufnehmen. In den folgenden Jahrzehnten erfolgte ein ständiger Ausbau der Werksanlagen. Investiert wurde aber nicht nur in Kapazitätserweiterungen sondern auch in technischen Verbesserungen. Anfang der 1980er Jahre war das Unternehmen zu einer der führenden Kupferrecyclinghütten Europas aufgestiegen.

Zum 1. Januar 2000 übernahm der größte Kupferproduzent Europas und weltgrößte Kupferrecycler - die Norddeutsche Affinerie mit Sitz in Hamburg- die bereits Anfang der 1940er Jahre von dem Lübecker Handelsunternehmen L. Possehl & Co erworbene Aktienmehrheit der Hüttenwerke Kayser. 2004 erfolgte die vollständige Integration in die Muttergesellschaft, die 2009 in "Aurubis" umbenannt wurde. Heutiges Kerngeschäft des Unternehmens ist die Gewinnung von Kupferkathoden, die zu Gießwalzdraht, Stranggussformaten, Walzprodukten und Kupferlegierungen weiterverarbeitet werden. Zu den Kunden zählen Unternehmen der Elektro-, Telekommunikations- und Chemieindustrie, aber auch Münzhersteller und Zulieferer der Bau- und Automobilindustrie. 

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Kontakt & Infos

Aurubis AG
Recyclingzentrum Lünen
(ehem. Hüttenwerke Kayser)
Kupferstraße 23
44532 Lünen

ÖPNV

Von Lünen ZOB-Hbf mit Bus C4 bis "Bismarkstr., dann ca. 20 Minuten Fußweg