Kraftwerk Westfalen

Kraftwerk Westfalen. Foto: RIK / R. Budde
Kraftwerk Westfalen. Foto: RIK / R. Budde

Am östlichen Ende des Datteln-Hamm-Kanals liegt das Kraftwerk Westfalen. Das von der RWE Power AG (bis 2000: VEW) betriebene Kohlekraftwerk nahm 1962/63 mit den Blöcken A und B (je 152 Megawatt Leistung) seinen Betrieb auf. 1969 erfolgte die Erweiterung durch den Block C mit einer Leistung von 284 Megawatt. Größtes Bauwerk der Anlage ist der Nasskühlturm des Blocks C mit einer Höhe von 122 und einem Durchmesser von 92 Metern. Ende der 1980erJahre wurde das Kraftwerk mit einer Rauchgasentschwefelungs- und Entstickungsanlage ausgerüstet. In diesem Zusammenhang wurden zwei 150 Meter hohe Schornsteine durch einen neuen, 200 Meter hohen Kamin ersetzt.
Das Kraftwerk, das ursprünglich für eine Mischfeuerung mit Öl ausgelegt war, wird heute grundsätzlich mit Steinkohle betrieben. Allerdings werden seit einigen Jahren auch Anteile von Petrolkoks, einem Produkt der Erdölraffinierung, sowie Ersatzbrennstoffe eingesetzt. Hierzu trägt auch die seit 2001 betriebene Con-Term-Anlage als dem Block C vorgeschaltete Pyrolyseanlage bei.

Derzeit baut die RWE Power AG neben der bestehenden Anlage ein neues hocheffizientes Doppelblock-Steinkohlenkraftwerk. Die Blöcke D und E mit je 800 Megawatt Leistung werden bis Mitte 2011 / Anfang 2012 in Betrieb gehen. Bis dahin werden die Blöcke A und B nicht mehr in Betrieb sein. Die Abgase werden über zwei Kühltürme mit jeweils 165 Metern Höhe geleitet, so dass kein Schornstein erforderlich ist.

Die Anlage wird auf dem Areal des seit Mitte der 1970er Jahre geplanten Kernkraftwerks Hamm errichtet, das als 1300 Megawatt-Kraftwerk mit Druckwasser-Reaktor konzipiert war. Dieser Plan wurde 1995 endgültig aufgegeben. Auf dem gleichen Gelände lag auch der THTR-300 (Thorium-Hoch-Temperatur-Reaktor mit 300 Megawatt Leistung). Der von 1971 bis 1983 errichtete Prototyp für Hochtemperatur-Reaktoren ging 1985 ans Netz und wurde aus wirtschaftlichen Gründen 1989 stillgelegt, der konstruktiv bemerkenswerte Trockenkühlturm (Entwurf Prof. Schlaich) 1991 gesprengt.  

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Kraftwerk Westfalen
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