Edelstahlfabrik Lohmann

Edelstahlfabrik Lohmann. Foto: RIK/Reinhold Budde
Edelstahlfabrik Lohmann. Foto: RIK/Reinhold Budde

Die Industrialisierung Wittens ist in besonderem Maße mit dem Namen der Familie Lohmann verbunden. 1790 gründete Johann Friedrich Lohmann auf Gut Berge zu Witten eine „Stahlfabrik“. Zusammen mit seinem Sohn gelang es ihm zwischen 1809 bis 1812 erstmals in Deutschland, einen brauchbaren Tiegelgussstahl herzustellen. Bis 1806, dem Jahr der Verhängung einer Kontinentalsperre durch den französischen Kaiser Napoleon, besaß Großbritannien eine Monopolstellung in der Herstellung von Gussstahlprodukten und deren Export nach Kontinentaleuropa. Der in Witten erzeugte Tiegelgussstahl übertraf im Laufe der Zeit sogar das englische Produkt an Qualität. Nach dem Tod von Friedrich Lohmann jun. 1837 wurde dessen Witwe Helene (geb. Berger) Alleinerbin.

Die Verlagerung der Produktion nach Witten-Herbede begann 1859 mit dem Erwerb von Ländereien, einer Kornmühle und der Wassergerechtsame sowie der Errichtung und Inbetriebnahme eines neuen Walz- und Hammerwerkes. Reste der damaligen Fabrikationsgebäude sind heute noch erhalten bzw. in neu erstellte Gebäude integriert. 1939 wurde die Fabrikation am alten Standort in Witten endgültig aufgegeben. 1973 wurde ein weiteres Werk, eine Edelstahlgießerei, in Witten-Annen in Betrieb genommen. Am Standort Herbede gibt es unter anderem einen Induktions-Schmelzofen, eine Elektroschlacke-Umschmelzanlage, Schmiedepresse, Schleifanlage und Walzenstraße. Heute umfasst das Lieferprogramm Blech- und Stabstahlprodukte aus Schnellarbeits-, Werkzeug- und Spezialstahl, hitzebeständigen und verschleißfesten Edelstahlformguss sowie Schweißverbundkonstruktionen. Als Verwaltungsgebäude der Firma (Ruhrtal 2a) dient die 1882 von Ernst Lohmann erbaute Fabrikantenvilla, deren Fassade im Stil der Neorenaissance und des Spätklassizismus gestaltet wurde. 

Das Wasserkraftwerk Lohmann (Ruhrtal 12) produziert heute im Bereich der ehemaligen Kornmühle des Freiherrn von Elverfeldt umweltfreundlichen Strom. Lohmann hatte das Mühlengebäude 1858 nach der Einstellung des Mahlbetriebes erworben. Ebenfalls frühzeitig von der Familie erworben und heute zu archivalischen Zwecken genutzt wird das Haus Schellenberg (Ruhrtal 14). Dazu wurde die Remise im Innenhof 2001 mit dem Mühlengebäude verbunden. Das zwischen 1660 und 1680 entstandene Gebäude gilt als einer der ältesten Fachwerkhäuser in Herbede.

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Kontakt & Infos

Friedrich Lohmann GmbH
Ruhrtal 2
58456 Witten-Herbede
Telefon: +49 (0) 2302 / 70 14-0

ÖPNV

Von Witten Hbf mit Bus-Linien SB 38, 350 bis „Herbede Mitte“