Friedrich Wilhelms-Hütte

Friedrich Wilhelms-Hütte. Quelle: Stadtarchiv Mülheim
Friedrich Wilhelms-Hütte. Quelle: Stadtarchiv Mülheim

Die heutige Gießerei ist seit 2001 als eigenständiges Unternehmen in die „Georgsmarienhütte Holding GmbH“ einbezogen. Die Geschichte dieses bedeutenden Mülheimer Unternehmens begann 1811 mit der Gründung einer mechanischen Werkstatt und Schmiede zur Produktion von Dampfmaschinen durch den Industriepionier Johann Dinnendahl. Zur Errichtung einer Eisenhütte fehlte es Dinnendahl jedoch am nötigen Kapital. Deshalb nahm er den Ruhrorter Kaufmann Friedrich Wilhelm Liebrecht als finanzkräftigen Partner in seinem Unternehmen auf. 1832 beantragten beide die Konzession für zwei Hochöfen – einer davon sollte in Mülheim stehen, der andere in Ruhrort gebaut werden. In Anlehnung an Liebrechts Vornamen wurde das Mülheimer Hochofenwerk Friedrich Wilhelms-Hütte genannt. 1849/50 erfolgte auf der Friedrich Wilhelms-Hütte erstmals im Ruhrgebiet die Roheisenherstellung in einem Kokshochofen – ein großer qualitativer Fortschritt gegenüber der zuvor üblichen Roheisenherstellung auf Holzkohlenbasis.

Die Einbringung der Friedrich Wilhelms-Hütte in den Mammutkonzern „Vereinigte Stahlwerke“ 1926 brachte den Verlust der traditionsreichen und unternehmenswichtigen Maschinenbauanstalt, die in die neu gegründete Demag AG einging. Erst im Rahmen der erneuten Konzern-Umorganisation in den 1950er-Jahren wurde der 1926 ausgegliederte Maschinenbau wieder aufgenommen. In den 1960er-Jahren erfolgten Umgruppierungen im Rheinstahl-Konzern, die sich auch auf die Friedrichs Wilhelm-Hütte als mittlerweile dem Konzern angehörender Betrieb auswirkten: der Hochofenbetrieb mit Nebenanlagen und der Zementbetrieb wurden komplett stillgelegt, der Handformguss der Stahlgießerei neu organisiert. 1976 wurde der Rheinstahl-Konzern durch die Thyssen AG übernommen.

In den 1990er-Jahren wurde die Maschinenbauwerkstatt ausgelagert und der Getriebebau für Schienenfahrzeuge aufgegeben. Viele Arbeitsplätze gingen dabei verloren. Heute arbeiten am Standort noch etwa 500 Beschäftigte. Die Produktionspalette umfasst beim Eisenguss Turbinengehäuse, Zylinderblöcke, Kokillen und Windkraftanlagen. Beim Stahlguss sind es Komponenten für den Fahrzeug- und Maschinenbau sowie für die Bauwirtschaft.

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Kontakt & Infos

Friedrich Wilhelms-Hütte GmbH
Friedrich-Ebert-Straße 125
45473 Mülheim an der Ruhr
Telefon: +49 (0) 208 / 45 1-8
Von der „Blauen Brücke“ über die Ruhr hat man als Fußgänger einen guten Blick auf den Standort.

ÖPNV

S3 Mülheim (Ruhr) West