Abtei Werden

Abtei Werden, Zeichnung nach einem alten Stich von 1800. Quelle: Stadtbildstelle Essen
Abtei Werden, Zeichnung nach einem alten Stich von 1800. Quelle: Stadtbildstelle Essen

Oberhalb des Ruhrtals liegt auf einer Anhöhe über Werden die Basilika St. Ludgerus. Die erste Kirche des Werdener Klosters wurde im Jahr 808 von Luidger selbst geweiht. Das heutige Bauwerk, in das die im Westen liegende Peterskirche von 943 einbezogen ist, wurde 1275 vollendet. Die ältesten Gebäudeteile bilden das Westwerk und die Ringkrypta im Osten mit der Grablege Liudgers. Die Architektur der Basilika gehört zur rheinischen Spätromanik.

799 gründete der friesische Missionar und erster Bischof von Münster Liudger das Benediktinerkloster Werden. Die Abtei verfügte über erheblichen Grundbesitz und prägte über Jahrhunderte das wirtschaftliche und kulturelle Leben der Umgebung. In ihrem Stiftsgebiet vergab die Benediktinerabtei bereits im 16. Jahrhundert die Schürfrechte für die frühe „Kohlengräberei“ und auch das Anlegen der auf diesem Gebiet befindlichen Ruhrschleusen im 18. Jahrhundert wurde von der Abtei veranlasst.  

Von den Gebäuden die Liudger um 800 an der Stelle zwischen dem Tiefenbach und dem Mühlenbach errichten ließ ist nichts mehr erhalten und auch die spätmittelalterlichen Abteigebäude wichen im 18. Jahrhundert einer barocken Residenz. Mit den neuen Gebäuden versuchten die Werdener Äbte sich auch als weltliche Fürsten darzustellen. Als erster Neubau entstand 1737 die Meierei. Das Hauptgebäude und der südliche Seitenflügel der Abtei wurden um 1755 errichtet, der nördliche Seitenflügel um 1764 vollendet. Die sogenannten Konventgebäude um den ehemaligen Kreuzgang entstanden zwischen 1783 und 1785. Nach der Auflösung des Klosters im Rahmen der Säkularisierung 1803 und verschiedenen Nutzungswechseln erweiterte der preußische Staat die Klosteranlage ab 1852 um die Gebäude einer Strafanstalt, die bis 1928 Bestand hatte. Seit 1946 sind die ehemaligen Abtei- und Strafanstaltsbauten Sitz der Folkwang-Hochschule für Musik, Tanz und Theater.         

Für den Besucher lohnt ein Gang in die museale Schatzkammer der Propstei St. Ludgerus, in der wertvolle Kunstwerke, wie etwa der „Werdener Kruzifixus“, ein Bronzekruzifix aus dem 11. Jahrhundert, untergebracht sind.

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Kontakt & Infos

Basilika St. Ludgerus
Brückstraße 77
45239 Essen-Werden

ÖPNV

Von Essen Hbf mit der S6 bis S-Bahnhof Essen-Werden, dann ca. zehn Minuten Fußweg

Tipps

Evangelische Kirche, Heckstraße 54/56, Essen-Werden. Die von 1897 bis 1900 errichtete Kirche wurde nach einem Entwurf des Architekten August Senz als Zentralbau mit Jugendstilelementen in der damals selbstständigen Stadt Werden errichtet. Die Stifterfamilie Krupp besaß eine reservierte Bank im Altarraum. Die entsprechenden Plaketten sind heute an anderen Bänken angebracht. Barbara und Bertha Krupp stifteten anlässlich ihrer Konfirmation 1902 ein aufwändiges, vierteiliges Abendmahlsgerät.  

Historische Altstadt Essen-Werden mit Fachwerkhäusern aus dem 17. bis 19. Jahrhundert an der Hufergasse und Grafenstraße.