Bahnhof Kupferdreh und Museumsbahn

Museumszug Hespertalbahn. Foto: RIK/Reinhold Budde
Museumszug Hespertalbahn. Foto: RIK/Reinhold Budde

Das ansehnliche Empfangsgebäude des Bahnhofs Kupferdreh wurde 1897 entworfen und als Ersatz für einen früheren Bahnhof um die Wende zum 20. Jahrhundert an der Prinz-Wilhelm-Bahn erbaut. Dem Repräsentationsbedürfnis entsprechend sind die Langseiten des zweigeschossigen roten Backsteinbaus dekorativ gestaltet. Dabei verleihen besonders die unterschiedlichen Fenstergruppierungen und -größen sowie der mit ockerfarbigen Sandsteinelementen gegliederte Vorhalleneingang mit Rundbogen dem Bahnhof ein reizvolles Erscheinungsbild. Im Inneren ist das Dekor der Wartesäle teilweise erhalten; besonders beeindruckend ist das Stuckdekor im Wartesaal der Ersten Klasse. Im Gebäude befindet sich heute eine renommierte Erlebnisgastronomie.

Der Bahnsteig der ehemaligen Eisenbahnstrecke nach Werden ist heute Ausgangspunkt für Fahrten mit dem Museumszug der Hespertalbahn, der im Sommer die landschaftlich reizvolle Strecke am Baldeneysee befährt.

Diese Strecke geht auf eine Schmalspurbahn mit Pferdebetrieb zurück, die ab 1857 den Erzgruben im Velberter Raum als Transportmittel ins Ruhrtal diente. Nach Anschluss der Zeche Pörtingsiepen 1877 wurde die Strecke zwischen Kupferdreh bis zum Bahnhof Hesperbrück an der Hammer Straße auf Normalspur ausgebaut. Der verbliebene Schmalspurteil wurde 1918 stillgelegt. Von 1927 bis zur Schließung der Zeche Pörtingsiepen 1973 wurde ein nicht öffentlicher Personenverkehr für die Bergwerksbelegschaft durchgeführt. Zwei Jahre nach Stilllegung der Strecke gründeten Eisenbahnenthusiasten den „Verein zur Erhaltung der Hespertalbahn“, um die Strecke vor dem völligen Abriss zu bewahren. Seitdem betreibt der Verein in Eigenregie einen Eisenbahnverkehr mit historischen Lokomotiven und Wagen zwischen der Haltestelle „Haus Scheppen“ und Bahnhof Kupferdreh.

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Kontakt & Infos

Hespertalbahn e.V.
Postfach 150 223
45242 Essen
Telefon: +49 (0) 201 / 80 09 13 3-0

ÖPNV

Von Essen Hbf mit S-Bahnlinie S9 bis Essen-Kupferdreh, dann ca. fünf Minuten Fußweg bis zum Alten Bahnhof Kupferdreh oder von Essen Hbf / Essen-Kupferdreh Bf mit Bus-Linie 155 bis „Prinz-Friedrich-Straße“

Tipp

In der naturnahen Heisinger Aue erinnern die baulichen Relikte der 1774 erbauten Rotemühlenschleuse an die Ruhrschifffahrt des 18. und 19. Jahrhunderts. Die Schleusenkammer ist gut erhalten, doch wurden die Schleusentore entfernt, weil mit Aufstauung der Ruhr durch die Anlage des Baldeneysees ein Ausgleich des Gefälles nicht mehr notwendig war. Das ehemalige Schleusenwärterhaus beherbergt heute eine beliebte Ausflugs-Gaststätte mit dem Namen „Rote Mühle“. Das Gebäude, das die eigentliche Mühle beherbergt haben soll, liegt auf der gegenüberliegenden Seite an der Langenberger Straße.