Baldeneysee

Arbeiter beim Bau des Baldeneysees, im Hintergrund die Zeche Carl Funke. Quelle: Stadtbildstelle Essen
Arbeiter beim Bau des Baldeneysees, im Hintergrund die Zeche Carl Funke. Quelle: Stadtbildstelle Essen

In den 1920er-Jahren planten der Ruhrverband und die Stadt Essen den Bau des Baldeneysees im Essener Süden. Hauptziel des Projektes war, wie bei allen Ruhrstauseen, die Reinhaltung der Ruhr durch den natürlichen Abbau von Schadstoffen, die das hereinfließende Flusswasser mit sich führte. Durch das Anstauen des Flusses wurde dessen Fließgeschwindigkeit so verringert, dass sich Schmutzpartikel, die der Fluss wegen der vielen Abwassereinleitungen der Anliegerstädte mit sich führte, am Grund absetzen konnten. Zusätzlich konnten Mikroorganismen etliche im Wasser befindliche Verunreinigungen abbauen.

Im Juli 1931 wurden die Arbeiten als groß angelegte Arbeitsbeschaffungsmaßnahme begonnen. Tausende arbeitsloser Essener waren, zum Teil mit den primitivsten Arbeitsgeräten, auf der Baustelle im Einsatz. Im März 1933 waren die Arbeiten soweit abgeschlossen, dass mit dem Probestau begonnen werden konnte. Um den Stausee auch als Energielieferanten zu nutzen, hatte man in das dreiteilige Stahlwalzenwehr ein Laufwasserkraftwerk eingebaut. Insgesamt treiben heute zwei Kaplan-Turbinen die Generatoren mit einer Leistung von maximal je 5.000 Kilowatt an. Dabei durchfließen pro Sekunde etwa 75 Kubikmeter Wasser jede Turbine. Eine dritte Pumpturbine kann je nach Bedarf acht Kubikmeter Wasser pro Sekunde von unterhalb des Wehres zurück in den See pumpen. Gleichzeitig ist diese Maschine als zusätzliche Turbine zur Erzeugung von zusätzlichen 1.000 Kilowatt Strom einsetzbar.

Bis heute hat der Baldeneysee, mit acht Kilometern Länge und bis zu 650 Metern Breite der größte Ruhrstausee, seine ursprüngliche Funktion als „Reinhaltungsgewässer“ nicht verloren. Seine Bedeutung als beliebtes Ausflugsziel und Wassersportzentrum für Ruderer, Kanuten, Windsurfer und Segler ist aber eindeutig in den Vordergrund getreten. In der Saison befahren die fünf Schiffe der „Weißen Flotte Baldeney“ täglich den See. Darüber hinaus gibt es regelmäßige Fahrten auf der Ruhr bis Kettwig sowie Sonderfahrten bis Duisburg und auf dem Rhein-Herne-Kanal.

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Kontakt & Infos

Baldeneysee
Hardenbergufer/Freiherr-von-Stein-Straße
45239 Essen-Werden
Weiße Flotte Baldeney-GmbH
Hardenbergufer 379
45239 Essen-Werden
www.baldeneysee.com

ÖPNV

Vom S-Bahnhof „Essen-Werden“ mit Bus 180 bis „Huffmannstraße“