Eisenbahnmuseum Bochum

Eisenbahnmuseum Bochum. Foto: RIK/Reinhold Budde
Eisenbahnmuseum Bochum. Foto: RIK/Reinhold Budde

Mit über 180 Fahrzeugen aus der Zeit von 1853 bis 1964 gehört das Eisenbahnmuseum heute zu den größten seiner Art in Deutschland und verfügt über eine einzigartige Sammlung zur Verkehrs- und Technikgeschichte. Liebevoll und sachkundig gepflegte Lokomotiven, Triebwagen und Waggons haben im Ringlokschuppen des ehemaligen Bahnbetriebswerks Dahlhausen der Königlich-Preußischen Eisenbahn im Ruhrtal eine „standesgemäße Heimat“ gefunden. Der 14-ständige Ringlokschuppen aus dem Jahr 1916, die Drehscheibe, die Bekohlungsanlage und der Wasserturm sind mittlerweile denkmalgeschützt. Ein „Highlight“ ist ein Speisewagen des legendären Orient-Express.

Im mittleren Ruhrtal begann die Geschichte der Eisenbahn im Jahr 1863 mit der Eröffnung der Zweigbahn Steele- Dahlhausen der Bergisch-Märkischen-Eisenbahn. Mit dem weiteren Ausbau des Streckennetzes, vor allem für den Kohlenverkehr, wurde Dahlhausen ein bedeutender Bahnknotenpunkt. Für den Einsatz von Güterzuglokomotiven errichtete die Preußische Staatsbahn in den Jahren 1916 bis 1918 die bis heute weitgehend erhaltenen Anlagen des Bahnbetriebswerkes. Die Dahlhauser Lokomotiven wurden vor allem im schweren Güterzugverkehr von und zu den Zechen eingesetzt. Nach der Beseitigung von Kriegsschäden erlebte das Betriebswerk Dahlhausen in den 1950er-Jahren eine letzte Hochkonjunktur. Über 500 Menschen waren 1957 im Werk beschäftigt, zu dem auch eine Reparaturhalle für defekte oder untersuchungspflichtige Güterwagen gehörte. Noch Mitte der 1960er-Jahre wurden im Güterbahnhof Bochum-Dahlhausen täglich mehr als 2.000 Güterwagen abgefertigt. Mit der Schließung der letzten Zechen an der Ruhr entfiel dann das Haupteinsatzgebiet der Lokomotiven des Betriebswerks, das ab 1969 teilweise zurückgebaut und 1982 endgültig aufgegeben wurde.  

Nach der Stilllegung des Betriebswerkes 1968/69 konnte die Deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte (DGEG) für die Unterbringung ihrer Sammlung historischer Schienenfahrzeuge die Anlagen von der Deutschen Bundesbahn übernehmen. 1977 wurde auf dem Gelände das Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen eröffnet, das seit 2011 von einer Stiftung betrieben wird.

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Kontakt & Infos

Eisenbahnmuseum Bochum
Dr.-C.-Otto-Straße 191
44879 Bochum
Telefon: +49 (0) 234 / 49 25-16

Öffnungszeiten

1. März bis 18. November: Di-Fr, So/Fei 10-17 Uhr

metropolradruhr

Nächster Standort: Am Ankerpunkt / S-Bf. BO-Dahlhausen (S3), 2,3 km, elf Minuten

www.metropolradruhr.de

Tipp

In unmittelbarer Nähe des Eisenbahnmuseums stellt eine Fußwegbrücke die Verbindung zwischen beiden Flussufern der Ruhr her. Sie ist erreichbar durch eine Fußgänger-Unterführung unter dem Museumsgelände. Parallel hierzu verläuft eine lange, elfteilige Brücke der 1874 von der Ruhrtalbahn erbauten Strecke Überruhr–Altendorf/Ruhr-Dahlhausen. Sie diente früher vornehmlich dem Güterverkehr zwischen den Zechen im Raum Altendorf (heute Essen-Burgaltendorf).