Hennetalsperre

Hennetalsperre. Foto: RIK/Reinhold Budde
Hennetalsperre. Foto: RIK/Reinhold Budde

Die Henne ist ein 22,5 Kilometer langer Nebenfluss der Ruhr und mündet bei Meschede in deren Oberlauf. Die Bedeutung einer Talsperre an der Henne für die Ruhrwasserwirtschaft war bereits Ende des 19. Jahrhunderts bekannt. Zwischen 1901 und 1905 wurde schließlich nach Plänen des Wasserbaupioniers Otto Intze die Hennetalsperre gebaut Sie sollte Betriebswasser an die Wassertriebwerke der oberen Ruhr abgeben und die Ruhr bei niedrigem Wasserstand aufhöhen. Im Jahr 1927 übernahm der Ruhrtalsperrenverein (heute Ruhrverband) die frühere Hennetalsperre von der „Talsperrengenossenschaft der Oberen Ruhr“. In der Folgezeit traten im Untergrund der Staumauer starke Undichtigkeiten auf, so dass die Talsperre 1949 stillgelegt und letztlich abgerissen werden musste.

Etwa 200 Meter oberhalb der alten Staumauer fand man schließlich eine geeignete neue Sperrstelle, an der zwischen 1950 und 1955 die neue Hennetalsperre entstand. Der Stauraum wurde von früher 11 Millionen Kubikmeter auf heute 38,4 Millionen Kubikmeter erweitert. Als technisches Denkmal ist oberhalb der Dammkrone ein Ringkolbenventil und eine Absperrklappe aufgestellt, die von 1955 bis 2001 in Betrieb war. Das bereits Ende der 1930er-Jahre hergestellte Ausstellungsstück war ursprünglich für den Export bestimmt und kam nach der Zerstörung der Möhnetalsperre zunächst dort zum Einsatz, bevor es während des Baus der neuen Hennetalsperre dorthin umgesetzt wurde. Eine Informationstafel beschreibt anschaulich die Funktionsweise.  Der Hennesee ist ein beliebter Sport- und Freizeitsee mit Badebuchten, Ruder- und Segelmöglichkeiten. Von Ostern bis Ende Oktober verkehrt die „MS Hennesee“ täglich zu einer einstündigen Rundfahrt. 

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Kontakt & Infos

Ruhrverband Talsperrenbetrieb Nord
Hennetalsperre
Berghausen 15
59872 Meschede

ÖPNV

Vom Bahnhof Meschede mit Bus S70 bis „Hennesee“

Schifffahrt

Fahrgastschiff „MS Hennesee“
Ostern bis Ende Oktober
täglich 11-16 Uhr
www.hennesee.de

Tipp

Im Umfeld der Hennetalsperre befinden sich mit der Veltins Brauerei (gegründet 1852 in Meschede-Grevenstein, An der Streue) und der Warsteiner Brauerei (gegründet 1753 in Warstein, Domring 4-10) zwei der größten noch existierenden Privatbrauereien in Deutschland. In der Warsteiner Brauerei informiert ein Besucherzentrum mit einem kleinen Museum über Produktpalette und Geschichte des Unternehmens; auch die Brauerei Veltins bietet Besichtigungstouren an. Weitere Informationen:
www.veltins.de
www.warsteiner.de