Kloster Saarn

Kloster Saarn, um 1935. Quelle: Stadtarchiv Mülheim
Kloster Saarn, um 1935. Quelle: Stadtarchiv Mülheim

Im Jahr 1214 gründete ein unbekannter Stifter in Saarn das Frauenkloster „Aula beatae Mariae“. Vermutlich zwei Jahre später wurde es in den Zisterzienserorden aufgenommen und als Tochterkloster der Abtei Kamp unterstellt. Im 17. Jahrhundert wandelte sich das Zisterzienserinnenkloster zu einem freiadligen Stift, also zu einer Versorgungsstation für Töchter des Adels bei Ausfall einer standesgemäßen Heirat. Nach der Säkularisation während der französischen Herrschaft wurde das Kloster 1808 aufgelöst.

Mit königlich-preußischer Genehmigung durfte1815 in den klösterlichen Gebäuden eine Gewehrfabrik eingerichtet werden. Ausschlaggebend für die Standortwahl war unter anderem die Lage an der Ruhr, die als Transportweg für die Rohstoffe und die Halbprodukte dienen sollte. Denn die eigentliche Produktion der Gewehre fand nur zum Teil in Saarn statt. Der Schmiedehammer und die Bohrwerke zur Herstellung der Gewehrläufe wurden in Hattingen errichtet. Die vorgefertigten Einzelteile wurden dann auf der Ruhr transportiert und in Saarn zusammengebaut. Doch niedrige Wasserstände der Ruhr bei Hattingen führten immer wieder zu Transportausfällen, so dass letztlich der Standort aufgegeben wurde und die Produktion 1862 nach Erfurt verlegt wurde. Ab 1874 diente das Gebäude dann als Produktionsstätte der Tapetenfabrik Niederhoff.  

In den 1930er-Jahren baute man die Wirtschaftsgebäude zu Wohnzwecken um, heute befinden sich in dem Komplex überwiegend Seniorenwohnungen und eine Bürgerbegegnungsstätte. Seit 2008 ist in den Kellergewölben der Begegnungsstätte ein Klostermuseum untergebracht, im Klosterinnenhof gibt es seit 2010 einen Klostergarten.

Der Besucher findet trotz zahlreicher Veränderungen und unterschiedlicher Nutzungen heute eine Anlage vor, die in ihrer fast 800-jährigen Geschichte die typischen Merkmale eines Zisterzienserinnenklosters bewahrt hat. So stammt beispielsweise der westliche Teil des romanischen Langhauses der Klosterkirche noch aus der Gründungszeit. Die spätgotische Pieta, ein um 1400 entstandenes Gabelkreuz und 21 prachtvoll geschnitzte barocke Kirchenbänke gehören heute noch zum Kirchenschmuck.

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Kontakt & Infos

Museum Kloster Saarn
Klosterstr. 53
45481 Mülheim/Ruhr-Saarn

ÖPNV

Von Mülheim (Ruhr) Hbf mit Bus-Linie 132 bis „Klostermarkt“ oder von Mülheim / Essen Hbf mit Stadtbahn-Linie U 18 bis „Heißen Kirche“, dann mit Bus-Linie 753 bis „Klostermarkt“

Tipp

Ruhrtalbrücke Mintard der Autobahn A 52. 1966 an den Verkehr übergeben, setzte die 1.800 Meter lange und bis zu 60 Meter hohe Brücke damals Maßstäbe sowohl bei ihrer anspruchsvollen ingenieurtechnischen Ausführung als auch bei ihrer harmonischen Einfügung in das Landschaftsbild des Ruhrtals.