Laufwasserkraftwerk Wickede

Wasserkraftwerk Wickede. Foto: Mannesmann Archiv
Wasserkraftwerk Wickede. Foto: Mannesmann Archiv

1913 erwarben die Fröndenberger Stadtwerke von der „Wickeder Werke und Portland Cement GmbH“ ein Laufwasserkraftwerk, das bis zum Jahr 2000 dem Düsseldorfer Mannesmann-Konzern gehörte. Es lieferte den Strom für die Wickeder Röhrenfabrik des Unternehmens. Im Zuge der Übernahme von Mannesmann durch das Unternehmen Vodafon erwarb der heutige Miteigentümer des Werkes, Dr. Bernd Walters aus Brilon, für sechs Millionen DM das Wasserkraftwerk. Er nennt mittlerweile 18 solcher Anlagen sein Eigen- bzw. Teileigentum. Neben seiner Tätigkeit als Arzt ist er auch Wasserkraftwerk-Betreiber. Er kauft sie von Versorgern wie der RWE, von Industrieunternehmen oder Privatpersonen. Seine Kraftwerke produzieren pro Jahr etwa 20 Millionen Kilowattstunden. Dr. Walters Motiv ist in erster Linie aber nicht die Gewinnmaximierung, sondern die Begeisterung für ältere, nachhaltige Technik und die Natur.

Das Kraftwerk ist bis heute unverändert mit zwei Francis-Turbinen ausgestattet, die jeweils einen Generator antreiben. 1953 wurde neben dieser Anlage ein weiteres Maschinenhaus mit einer Kaplanturbine erricht, um auch in Zeiten mit größerem Wasseranfall die Stromerzeugung noch ausweiten zu können. Die beiden Francis-Zwillingsturbinen und die Kaplan-Schachtturbine erzeugen zusammen etwa fünfeinhalb Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr.

Ihr Wasser beziehen die beiden Maschinenhäuser aus einem etwa 1,3 Kilometer langen Obergraben und verfügen über eine Fallhöhe von etwa fünf Meter. Markante Türme markieren von weitem sichtbar die Wehranlage in der Ruhr, die das Wasser staut und in den Obergraben leitet.

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Kontakt & Infos

Laufwasserkraftwerk Wickede
Ruhrufer
58730 Wickede
Führungen nach Anmeldung
Telefon: +49 (0)2373 / 75 90

ÖPNV

Vom Bahnhof Wickede (Ruhr) mit Bus 514 bis „Erlenstraße“, dann zehn Minuten Fußweg

Tipp

Altes Wasserwerk Horlecke in Menden, Intzestraße 1: Ein denkmalgeschütztes Backsteingebäude von 1901 mit Rundbogenfenstern und (wieder) funktionstüchtigen Pumpen, das von der  Armaturenfirma SAM Schulte unterhalten wird. In dem 1977 stillgelegten Wasserwerk befindet sich heute eine kleine Ausstellung zum Thema Wasserversorgung von der Antike bis zur Neuzeit.