Leder- und Gerbermuseum

Historischer Briefkopf der Lederfabrik Abel, 1910. Quelle: Leder- und Gerbermuseum
Historischer Briefkopf der Lederfabrik Abel, 1910. Quelle: Leder- und Gerbermuseum

Mülheim an der Ruhr kann auf eine über 350 Jahre alte Tradition der Lederherstellung zurückblicken. Mit der Ruhr und den weit verzweigten Bachläufen sowie den ausgedehnten Eichenwäldern als Gerbstofflieferanten wurde die Stadt zu einem idealen Standort zur Ansiedlung von Gerbereien. Das Gerberhandwerk und die spätere industrielle Fertigung von Leder waren seitdem ein bedeutsamer Wirtschaftsfaktor und machten Mülheim als Lederstadt bald in der ganzen Welt bekannt.

Nach dem Niedergang des einst blühenden Industriezweigs von ehemals 50 Betrieben im Jahre 1924 auf nur noch zwei existierende Firmen heute, gelang es 2003 mit der Realisierung des Leder- und Gerbermuseums in privater Trägerschaft, diesen bedeutenden Aspekt Mülheims zu dokumentieren. Die erhaltenen Backsteinbauten der ehemaligen Lederfabrik Abel mit Gerberei, Falzerei und Chromgerberei entstanden zwischen 1864 und 1905.

Mit einer Vielzahl von Informationen und Dokumentationen, aber auch Werkzeugen und anderen Objekten sollen Besucher angesprochen werden, die sich für die Verarbeitung von der Haut zum Leder interessieren und sich auf die Spurensuche eines faszinierenden Handwerks begeben möchten. Eine vom Museum präsentierte „Route der Lederindustrie“ verschafft dem interessierten Besucher einen Überblick über die vielen noch vorhandenen baulichen Zeugnisse dieses für die Stadt Mülheim wichtigen Industriezweiges.

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Kontakt & Infos

Leder- und Gerbermuseum
Düsseldorfer Straße 269
45481 Mülheim/Ruhr-Saarn
Telefon: +49 (0) 208 / 30 21 07-0

ÖPNV

Von Mülheim (Ruhr) Hbf mit Bus-Linien 132, 133, 752 bis „Lindgens“

Tipp

Die heute noch den Straßenraum am Kassenberg dominierenden Fabrik- und Verwaltungsgebäude der Lederfabrik Lindgens aus den Jahren 1915 bis 1922 demonstrieren in eindrucksvoller Weise die Größe des Unternehmens, das seit 2011 zu einem Unternehmen  gehört, das sich auf die Lederausstattung für die Automobilindustrie spezialisiert hat. Allerdings ist das Ende der Lederherstellung an diesem Standort absehbar. Die Mülheimer Projektentwicklungsgesellschaft SMW entwickelt zur Zeit für die „Ausnahmeimmobilie mit der einzigartigen Lage an der Ruhr“ ein Konzept für Wohnen und Gewerbe.