Möhnetalsperre

Möhnetalsperre. Foto: RIK/Reinhold Budde
Möhnetalsperre. Foto: RIK/Reinhold Budde

Die Möhnetalsperre ist nach der Biggetalsperre die zweitgrößte und damit eine der wasserwirtschaftlich bedeutendsten Talsperren im Einzugsgebiet der Ruhr. Der Stauinhalt beträgt 134,5 Millionen Kubikmeter Wasser Die 40,3 Meter hohe Bruchsteinmauer staut das Flusswasser der Möhne und trägt so zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung von über fünf Millionen Menschen bei. Die Talsperre dient darüber hinaus dem Hochwasserschutz der unterhalb liegenden Flussabschnitte, der Stromgewinnung und der Erholung.

Der elf Kilometer lange Stausee verdankt seine Entstehung dem enormen Wasserbedarf der Ruhrindustrie zu Beginn des 20. Jahrhunderts, da die vorhandenen Talsperren nicht mehr ausreichten. Im Oktober 1912 war die 650 Meter lange Sperrmauer nach nur vierjähriger Bauzeit fertig gestellt. Neu waren die beiden in die Bruchsteinmauer integrierten Wasserkraftwerke, die seitdem umweltfreundlichen Strom erzeugen.

Traurige Berühmtheit erlangte die Möhnetalsperre durch einen Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg: Die Alliierten maßen dem Talsperrensystem im Einzugsgebiet der Ruhr entscheidende Bedeutung für die Leistungsfähigkeit des Rüstungszentrums Ruhrgebiet bei. In der Nacht zum 17. Mai 1943 flog die britische Luftwaffe ihren Talsperrenangriff. Mehr als 1.200 Menschen - darunter viele Zwangsarbeiter im dem Lager Möhnewiesen - verloren ihr Leben. Wohnhäuser, Verkehrsanlagen, Brücken, Wasserwerke - alles was die Flutwelle ergriff, wurde zerstört oder schwer beschädigt. Die Auswirkungen waren bis zur Mündung in den Rhein zu spüren, obwohl die Ruhrstauseen sofort abgelassen wurden und damit der Druck der Wasserwelle abgemildert werden konnte. Das Ziel der Alliierten, die Schwächung der Rüstungsindustrie, wurde nicht erreicht. Nach nur fünf Monaten war die Staumauer repariert.

Nach Kriegsende hat sich der Möhnesee bald wieder zu einem multifunktionalen Freizeitrevier entwickelt, das bis heute nichts von seiner Anziehungskraft - nicht nur für Wassersportler - verloren hat. Der Katamaran „MS Möhnesee“ befährt in der Saison täglich den westlichen Teil des Sees an der Staumauer. Wanderern und Radfahrern bieten sich gut ausgeschilderte Routen an, auch nach Norden zum nahen Soest und nach Süden in den Arnsberger Wald.

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Kontakt & Infos

Möhnekraftwerk
Brüningser Straße 9
59519 Möhnesee-Günne
Führungen durch den Kontrollstollen der Sperrmauer: Anmeldung beim Ruhrverband
Telefon +49 (0)2924 / 97 040

ÖPNV

Vom Bahnhof Soest mit Bus C4 bis „Günne, Möhnestraße (LIZ)“, von dort ca. 20 Minuten Fußweg entlang des Ausgleichsbeckens zur Sperrmauer oder mit Bus R49 von Soest oder Arnsberg bis „Delecke Möhnesee“

Fahrgastschifffahrt

Von Anfang April bis Ende Oktober mit dem Katamaran „MS Möhnesee“ ab Sperrmauer
www.moehneseeschifffahrt.de