Schleuse Blankenstein und Wasserwerk Stiepel

Schleuse Blankenstein. Foto: RIK/Reinhold Budde
Schleuse Blankenstein. Foto: RIK/Reinhold Budde

Am Leinpfad der Ruhr liegen mit der historischen Schleuse Blankenstein, dem Wasserwerk Stiepel sowie dem dazugehörenden Turbinenpump- und Wasserkraftwerk drei wichtige Bauwerke der Wasser- und Energiewirtschaft an der südlichen Grenze Bochums. Die Schleuse wurde im Rahmen der Schiffbarmachung der Ruhr 1777/78 vom Preußischen Staat als eine von 16 Anlagen zunächst in Holzkonstruktion errichtet und mehrfach umgebaut. Bereits im 19. Jahrhundert verlor sie durch die aufkommende Eisenbahn im Ruhrgebiet an Bedeutung. Seit 1988 steht die heute nicht mehr betriebsbereite Schleuse unter Denkmalschutz.

Schon Mitte des 19. Jahrhunderts führten der mit der Bevölkerungsentwicklung anwachsende Wasserbedarf und der zunehmende Tiefbau der Zechen, der Brunnen versiegen ließ, zu Schwierigkeiten bei der Bochumer Wasserversorgung. 1871 begann daher die Wassergewinnung an der Ruhr, wo das Grundwasser aus dem Kiesbett durch Tonröhren in einen Sammelbrunnen gezogen und über ein Pumpwerk in einen Hochbehälter am Rande des Weitmarer Holzes gepumpt wurde. Von dort gelangte es ins Verteilernetz. Die Verwaltung der Anlage übernahmen ab 1874 die „Städtischen Gas- und Wasserwerke“, die heutigen Stadtwerke. Anfang des 20. Jahrhunderts ergänzte das Verbands-Wasserwerk Bochum die Versorgungsstrukturen. Die städtischen Wassergewinnungsanlagen wurden nun kontinuierlich ausgebaut, darunter durch ein neues Pumpwerk neben der Ruhrschleuse Blankenstein, das von Beginn an auch zur Elektrizitätserzeugung aus Wasserkraft genutzt wurde. Das Turbinenpump- und Wasserkraftwerk Stiepel entstand 1910.

Heute gibt es keine Wassergewinnung mehr in Stiepel. Das Trinkwasser wird jetzt über eine fünf Kilometer lange neue Leitung vom Wasserwerk Witten zum Hochbehälter Stiepel geführt. In Stiepel gibt es jetzt nur noch ein Wasserkraftwerk, das eine Leistung von rund einem Gigawatt pro Jahr erzeugt. 

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Kontakt & Infos

Wasserbeschaffung Mittlere Ruhr GmbH
Wasserwerk Stiepel
Brockhauser Straße 149a
44797 Bochum-Stiepel

ÖPNV

Von Bochum Hbf mit Bus CE31 bis „Stiepel Dorf“, dann 20 Minuten Fußweg

Tipps

Im Außenbereich der Anlage verläuft ein Wasserlehrpfad neben der Ruhr. Anhand von Informationstafeln erfahren Interessierte Wissenswertes über das Thema Ökologie und Wassergewinnung. Vor dem Schleusenhaus befindet sich ein Rohrleitungs-Modell, das die Wasserverteilung von der Hauptrohrleitung bis zum Hausanschluss darstellt.

Der 1894/95 in Stiepel errichtete Wasserbehälter ist bis heute am ursprünglichen Standort erhalten. Im Bauwerk befindet sich noch ein Teil des alten Wassersaals erhalten, der zu einem Versammlungsraum für bis zu 130 Personen umgestaltet wurde.