Villa Joseph Thyssen

Villa Josef Thyssen. Foto: RIK/Reinhold Budde
Villa Josef Thyssen. Foto: RIK/Reinhold Budde

Die neobarocke Villa wurde ab 1898 von Josef Thyssen (1844-1915), dem jüngeren Bruder von August Thyssen, als repräsentativer Familien-Wohnsitz auf dem Gelände der dort zuvor ansässigen Baumwollfabrik Troost errichtet. Der noch existierende Fabrikbau grenzte an den Neubau und diente als Wirtschaftsgebäude. 1877 war Josef Thyssen nach Mülheim übergesiedelt, um in das Mülheimer Unternehmen seines Bruders August einzutreten. Schon 1880 heiratete er wie zuvor sein Bruder, eine Mülheimer Unternehmertochter: Klara Bagel (1856-1918), Schwester des Druckereibesitzers Julius Bagel und ebenfalls Bauherr einer repräsentativen Unternehmervilla.   

Während die Eingangsseite der Villa, erbaut nach Plänen der renommierten Berliner „Architekturfirma Kayser & von Grossheim“, auf Höhe der Straße Dohne liegt, ermöglichte der Geländeabfall zur Ruhr bzw. zum Mühlteich der Fabrik den Bau einer Terrasse mit eindrucksvollen Unterkonstruktionen. Der von einer Balustrade umgebene Belvedere auf dem Dach ist allerdings nur vorgetäuscht. Jede Fassade der Villa ist einzeln durchgebildet. Der Grundriss ist schematisch über einem Quadratraster ausgelegt. Um eine Mittelhalle waren die früheren Repräsentationszimmer angeordnet. Im Sockelgeschoss befanden sich die Wirtschaftsräume.

Die Villa wird heute als Bürogebäude genutzt, der Park ist seit der Mülheimer Landesgartenschau Teil der öffentlichen Ruhranlagen, enthält aber größtenteils noch seinen alten Pflanzenbestand.

zurück 86/103 vor

Kontakt & Infos

Thyssen'sche Handelsgesellschaft
Dohne 54
45468 Mülheim an der Ruhr

ÖPNV

Von Mülheim (Ruhr) Hbf mit Straßenbahn 102, 901, oder mit Bus 122, 131 bis „Stadtmitte“, dann mit Straßenbahn 104 bis „Wilhelmstraße“

Zugang zum Thyssen Park über „Luisental“ oder „Leinpfad“

Tipp

An der Friedrichstraße befindet sich ein weiteres sehenswertes Ensemble von repräsentativen Unternehmervillen: die zwischen 1872 und 1875 erbaute Villa des Lederfabrikanten Eugen Coupienne (Nr. 40), die Villa Hanau (Nr. 54) aus dem Jahre 1902, errichtet von dem Architekten Franz Hagen für den Mülheimer Kaufmann Heinrich Hanau und die Villa Bagel (Nr. 62) von 1912, ebenfalls von dem Architekten Hagen für den Druckereibesitzer Julius Bagel entworfen.