Wasserkraftwerk Raffelberg

Francis-Turbinen im Wasserkraftwerk Raffelberg. Quelle: Stadtarchiv Mülheim
Francis-Turbinen im Wasserkraftwerk Raffelberg. Quelle: Stadtarchiv Mülheim

Die Geschichte des Wasserkaftwerkes Raffelberg beginnt nach 1918. Nach der Kriegsniederlage musste der Ruhrkohlenbergbau im Rahmen der Reparationszahlungen Kohle an seine westlichen Nachbarn abführen, der Energieträger Kohle wurde in der Region knapp, so dass man nach anderen Energiequellen Ausschau hielt. In der Nähe der neu erstellten Schleuse Raffelberg bot sich ein günstiger Standort für den Bau eines Wasserkraftwerkes an, weil dort bei allen Wasserständen das Gefälle für die Wasserkraftnutzung ausreichend war.

Das Laufwasserkraftwerk mit vier Francis-Turbinen wurde schließlich in den Jahren 1922 bis 1925 nach einem Entwurf der Architekten Arthur Pfeifer und Hans Großmann errichtet. Den erzeugten Drehstrom speiste man in das Ortsnetz Speldorf und in das Überlandnetz der RWE ein. Ebenso bezog die Friedrich Wilhelm-Hütte in Mülheim Strom aus Raffelberg. Um Personal einzusparen wurden Mitte der 1970er Jahre die Regelanlagen der Turbinen automatisiert. Heute wird über ein Netz von Pegeln der Wasserstand des Oberwassers und der Hafenbecken bis auf wenige Zentimeter konstant gehalten. Zur  Zeit werden im Wasserkraftwerk Raffelberg jährlich etwa 20 Millionen Kilowatt Strom erzeugt, was etwa zwei Prozent der Mülheimer Stromversorgung ausmacht. Heute ist das Kraftwerk mit vier Francis-Turbinen und vier Siemens-Synchrongeneratoren ausgerüstet.

Wegen seiner überregional bedeutsamen technischen Architektur wurde das Gebäude 1986 unter Denkmalschutz gestellt. Eine Besichtigung des Kraftwerks lohnt sich aber nicht nur wegen der herausragenden Architektur, sondern auch wegen der noch erhaltenen Turbinen aus den 1920er Jahren.

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Kontakt & Infos

Wasserkraftwerk Raffelberg
Raffelbergbrücke
45478 Mülheim an der Ruhr-Speldorf
Telefon: +49 (0) 208 / 45 12 40-1

ÖPNV

Von Mülheim (Ruhr) Hbf mit Bus 122, 135 bis „Schleuse Raffelberg“

Tipp

Unmittelbar neben dem Wasserkraftwerk liegt die gleichnamige Schleuse und ein Stauwehr, das ursprünglich 1919 errichtet wurde. Die Schleuse wurde im Zusammenhang mit dem weiteren Ausbau der Ruhr als Schifffahrtsstraße zwischen 1920 und 1925 erbaut. Sie bildete eine bauliche Einheit mit dem gleichzeitig errichteten Wasserkraftwerk Raffelberg. 1999 wurde die Schleuse grundlegend saniert und erweitert.

2006 wurde ein neues Stauwehr errichtet. Einerseits wirkt es als „Staumauer“ im Rahmen des Hochwasserschutzes der Stadt Mülheim, andererseits reguliert es als „bewegliche Wehr“ die Wasserführung für das Wasserkraftwerk und den Wasserstand der Ruhr.