Zeche Carl Funke

Zeche Carl Funke um 1935. Quelle: Ruhr Museum Essen, Bestand Josef Stoffels
Zeche Carl Funke um 1935. Quelle: Ruhr Museum Essen, Bestand Josef Stoffels

Am Baldeneysee, südlich von Heisingen, stand einst die Zeche Carl Funke. Auf dem Betonsockel des heute noch vorhandenen Fördergerüsts steht in großen Buchstaben noch der Zechenname.

Mit einem Fördermaschinenhaus von 1880 und einem Pförtnerhaus von 1920 am Ende der Carl-Funke-Straße gehört das Fördergerüst zusammen mit der Siedlung zu den letzten Zeugen des Bergbaus in Heisingen. Die Schürfrechte für die vielen kleinen Stollenbetriebe vergab damals der Abt von Werden, denn Heisingen gehörte zum Stiftsgebiet der Reichsabtei Werden. Als 1780 alle 16 Schleusen der Ruhr fertig gestellt waren und damit ein durchgehender Kohlentransport auf dem Fluss möglich war, lohnte es sich für die Anwohner Kohle gewerblich abzubauen. Vom Abbau im Stollen ging man 1838 zum Tiefbau über. 1870/71 entstand aus dem Zusammenschluss von vier Stollenzechen und drei Gruben die „Gewerkschaft Heisinger Tiefbau“. Sie wurde später, wie auch der ab 1898 abgeteufte Hauptförderschacht, nach dem bedeutenden Unternehmer und Förderer des Bergbaus Carl Funke (1855-1912) benannt. Die Zechenanlage wurde unter seiner Leitung neu angelegt, wodurch die Förderkapazitäten gesteigert werden konnten. Bis 1973 wurde Kohle gefördert, dann wurde die Zeche stillgelegt. Alle Übertageanlagen bis auf die erwähnten Relikte wurden abgerissen.

Neben den Resten der Übertageanlagen ist auch noch die ab 1900 beidseitig der Carl-Funke-Straße angelegte Zechensiedlung erhalten. Während oberhalb der Straße an einem steilen Hang größere Wohnblöcke mit großzügig angelegten Gärten gebaut wurden, errichtete man auf der gegenüberliegenden Seite der Straße kleinere Vierfamilienhäuser. Einige Häuser sind im sogenannten Heimatstil mit Fachwerkelementen gebaut. Die oftmals in ländlichen Gegenden angeworbenen Zuwanderer sollten sich durch diese Architektur heimisch fühlen und dadurch möglichst dauerhaft an Siedlung und Zeche gebunden werden.   

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Kontakt & Infos

Fördergerüst und Siedlung Carl Funke
Lanfermannfähre/ Carl-Funke-Straße
45259 Essen-Heisingen

ÖPNV

Von Essen Hbf mit Bus-Linie 146 bis „Heisingen Baldeneysee“, dann ca. fünf Minuten Fußweg

Tipps

Geologischer Wanderweg am Baldeneysee: Fünf geologische Aufschlüsse geben Einblick in die Steinkohlenlagerstätten an der Ruhr.

Naturdenkmal „Geologische Wand Kampmannsbrücke“ in Essen-Heisingen: Hier befinden sich im Aufschluss drei Texttafeln mit Hinweisen zur Geologie und Entstehungsgeschichte der Kohle. Daneben gibt es zwei Stolleneingänge mit Kipploren und Kippanlage zu sehen.

Lehrpfad zur Wasserwirtschaft und Fischerei am Baldeneysee: Direkt hinter der Geschäftsstelle des Fischerei-Vereins Essen e.V. in Heisingen befindet sich auf einer Rasenfläche in Ruhrnähe eine Freiland-Ausstellung mit 14 Tafelständern des Ruhrverbandes zu Themen wie „Geschichte des Ruhrverbandes“ oder „Wasser und Erholung“. Neben den Infotafeln präsentiert der Ruhrverband ältere Maschinen und Maschinenteile aus dem Bereich der Wassertechnik.