Kleine Emscher

Kleine Emscher. Foto: RIK / Guntram Walter
Kleine Emscher. Foto: RIK / Guntram Walter

Die Emscher, das Flüsschen des nördlichen Ruhrgebiets, ist dem weiten Umland als "Köttelbach" bekannt, der zahlreichen Zechen, Eisenhütten, Stahlwerken, Industrie- und Gewerbeanlagen als Abflussrinne für die Abwasserfracht diente. Hinzu kamen die Schmutzwässer aus den Wohnsiedlungen der rasant angewachsenen Bevölkerung.

Ende des 19. Jahrhunderts erwiesen sich die Einleitungen der Abwässer in die Emscher immer deutlicher als hygienisches Problem. Anstatt durch die Strömung des Flüsschens in den Rhein abzufließen, sammelte sich das Schmutzwasser zu Seen in Senken, die nach dem Abbau der Kohle durch das Zusammenfallen der unterirdischen Hohlräume entstanden. Diese gefährliche Seuchenherde sollten durch die Regulierung des Stromes ausgeschaltet werden.

Deshalb gründeten 1899 Vertreter von Kommunen, Bergbau und Industrie die Emschergenossenschaft, den ältesten deutschen Abwasserverband. Um den Abfluss wiederherzustellen, wurden die Wasserläufe begradigt und vertieft. Dazu wurden längere Abschnitte der Emscher und einiger Nebenläufe auf völlig neue Trassen verlegt. Charakteristisch für dieses Abwassersystem mit insgesamt 350 km Streckenlänge waren die offenen Rinnen, deren baulicher Zustand im Gegensatz zu unterirdischen Kanälen leicht kontrolliert werden konnte, da in dem Gebiet immer noch Bergsenkungen vorkamen.

Heute wird die Emscher Zug um Zug wieder naturnahe gestaltet und die Abwässer unterirdisch geführt.  

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Kontakt & Infos

Kleine Emscher
Kolpingstraße
47179 Duisburg-Aldenrade

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