Hafen Dortmund

Hafen Dortmund. Foto: RIK / Guntram Walter
Hafen Dortmund. Foto: RIK / Guntram Walter

Bereits mit der Initiative des Dortmunder Kanalkomitees für einen Rhein-Weser-Elbe-Kanal von 1856 verbindet sich der Einsatz der Stadt Dortmund für einen eigenen Hafen. Ziel war die Anbindung des westfälischen Industriegebiets, im Besonderen des östlichen Ruhrgebiets, an regionale und überregionale Märkte. Das im wahrsten Sinne des Wortes herausragende Gebäude im Dortmunder Kanalhafen ist das Alte Hafenamt, der frühere Sitz der Hafenverwaltung. Dem Willen seines Erbauers zufolge, des für Dortmund bedeutenden Stadtbauinspektors Friedrich Kullrich, diente es "dem einfahrenden Schiffer schon von weither als Merkmal des Dortmunder Hafens". Nicht nur der leicht erhöhte Bauplatz auf der nördlichen Rampe der Stadthafenbrücke, auch die Ausgestaltung des Baus und sein Interieur unterstreichen die Bedeutung. Heute beherbergt das denkmalgeschützte Gebäude von 1898 die Ausstellung der Dortmunder Hafen AG zur Hafengeschichte mit dem in der ursprünglichen Ausstattung erhaltene "Kaiserzimmer", das Kaiser Wilhelm II. bei seinem Eröffnungsbesuch am 11. August 1899 jedoch nicht betreten hat. Außerdem sind heute das Büro der Wasserschutzpolizei und der Treffpunkt der Marinekameradschaft im Alten Hafenamt untergebracht.

Wenige Jahre nach der Eröffnung des Hafens reichten die ersten Hafenanlagen, bestehend aus Kanal-, Stadt-, Süd-, Kohlen- und Petroleumhafen, die zu über 80 Prozent von der Stadt Dortmund finanziert worden waren, nicht mehr aus, um den auf rund eine Millionen Tonnen angewachsenen Güterumschlag zu bewältigen. Der Hafen musste erweitert werden: 1907 entstand der Schmiedinghafen, 1910 folgten der Marx- und Mathieshafen. Im Jahre 1912 erwarb die Stadt von der Preußischen Eisenbahnverwaltung den Hardenberghafen. Mit dem Bau des Industriehafens im Jahre 1913/14 und der Vergrößerung des Hardenberghafens im Jahre 1923/24 hatte der Hafen seine heutigen Konturen erreicht. Mit dem Rhein-Herne-Kanal erhielt Dortmund 1914 - nach der Verbindung zur Nordsee durch den Dortmund-Ems-Kanal - auch die ersehnte Schifffahrtsanbindung an den Rhein. Hatten die Kanalbefürworter anfangs vor allem den Kohlenabsatz im Auge, so kamen Kanal und Hafen schließlich vor allem der Eisen- und Stahlindustrie zugute, die auf dem Wasserweg zu günstigen Transportkosten importierte Eisenerze beziehen konnte. Während das Hüttenwerk der Dortmunder Union unmittelbar am Hafen lag, wurden das Phoenix Hüttenwerk in Hörde und die Westfalenhütte 1907 durch die Dortmunder Kleinbahn, die von der städtischen Hafenbahn abzweigte, ebenfalls an die Wasserstraße angeschlossen.

Im größten Kanalhafen Europas werden heute außer Stahlprodukten auch Baustoffe, Mineralöle, Getreide und andere Massengüter umgeschlagen. Für den Erztransport hat der Dortmund-Ems-Kanal nach Stilllegung der Hochöfen heute keine Bedeutung mehr. Zunehmende Bedeutung erhalten Stückgüter und vor allem der Container-Verkehr.

Der Hafen ist im Besitz der Dortmunder Hafen AG mit den Dortmunder Stadtwerken (DEW 21) als größtem Anteilseigner. Auf 135 Hektar Betriebsgelände sind etwa 160 Firmen mit rund 5.000 Beschäftigten und eigenen Umschlag-, Werks- und Lagereinrichtungen ansässig. Der ausgedehnte Hafenbereich vermittelt nicht nur einen Eindruck vom modernen Hafenwesen, sondern hat auch sehenswertes aus seiner Vergangenheit bewahrt. Ein Beispiel sind die beiden Portalkräne von 1906 und 1908, die ältesten noch erhaltenen Exemplare dieses Bautyps in Westfalen, die vom Schmiedinghafen zum Petroleumhafen (an der Brücke der Franziusstraße) umgesetzt wurden.

An der Ecke Speestraße/Mallinckrodtstraße, unmittelbar an der Stadtbahn-Station "Hafen", liegt das "Haus Schifffahrt" aus dem Jahr 1913, dessen Entwurf von dem bekannten Dortmunder Architekturbüro Steinbach und Lutter stammt. Bis 2002 diente es dem Logistik-Unternehmen Westfälische Transport Aktiengesellschaft WTAG, später Rhenus als Hauptsitz. Heute ist es Standort des e-port-dortmund, eines Existenzgründungs-zentrums für Firmen aus dem Logistikbereich. Auch der einzige Allwetter-City Beach des Ruhrgebiets, das "Solendo", findet sich im Dortmunder Hafen: Speicherstr. 2a, Fon: 0231 / 8821382, www.solendo.de

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Kontakt & Infos

Dortmunder Hafen AG
DEK km 0,0 – 1,4
Speicherstraße 23
44147 Dortmund
Telefon: +49 (0) 0231 / 9839-682
Altes Hafenamt
Sunderweg 130
44147 Dortmund

Führungen

Führungen durch das Alte Hafenamt und Radtouren durch den Hafen bei
"Kulturvergnügen", Fon 02 31 | 4 77 05 32
www.kulturvergnuegen.com

ÖPNV

Von Dortmund Hbf mit U-Stadtbahn U47 bis "Hafen"