Bahnhof Bochum Nord und Stahlbrücken der Rheinischen Bahn

Bahnhof Bochum Nord. Foto: RIK / R. Budde
Bahnhof Bochum Nord. Foto: RIK / R. Budde

Die Rheinische Eisenbahngesellschaft erhielt im November 1871 die Konzession für die Weiterführung ihrer Strecke Osterath-Wattenscheid bis nach Dortmund. Umgehend begann in Bochum der Bau eines großes Stationsgebäudes, in dem auch ein Teil der Regionalverwaltung sowie die Bauleitung der projektierten Verlängerung Platz finden sollte. Da sich die Fertigstellung der Trasse durch Rohstoff- und Arbeitskräftemangel infolge des Gründerbooms verzögerte, war das Bahnhofsgebäude eher betriebsbereit als der Gleisanschluss. Erst mit der Eröffnung des Streckenabschnitts zwischen Wattenscheid und Bochum für den Personen- und Güterverkehr wurde auch der „Bochum Rheinisch“ genannte Bahnhof im Oktober 1874 seiner eigentlichen Bestimmung übergeben. Die Weiterführung der Bahnlinie nach Dortmund erfolgte kurze Zeit später.

Durch den Rheinischen Bahnhof hatte Bochum nicht nur einen weiteren Anschluss an eine bedeutende Eisenbahnstrecke erhalten, sondern verfügte damit auch über zwei wichtige Bahnhöfe in zentraler Lage. Beide Stationen waren beim Publikum nahezu gleich beliebt, doch konnte der Rheinische Bahnhof aufgrund niedrigerer Fahrpreise schon bald einen Vorteil im Fahrgastaufkommen verzeichnen. Anders sah es hingegen im Güterverkehr aus, wo die Bergisch-Märkische Eisenbahn eindeutig dominierte. Dies änderte sich grundlegend, als die Rheinische Eisenbahngesellschaft nach dem Anschluss mehrerer Zechen den Bereich östlich des Stationsgebäudes zu einem Güterbahnhof ausbaute, dem ein Bahnbetriebswerk mit einem elfständigen Lokschuppen angegliedert war. Dieser ist umgenutzt noch heute zum Teil vorhanden.

Nach der Verstaatlichung erweiterte die Preußische Eisenbahn-Verwaltung das Streckenangebot um die Zweigbahn Bochum-Weitmar, so dass der nun „Bochum Nord“ genannte Bahnhof 1883 Anschluss an die Ruhrtalbahn in Dahlhausen erhielt.

Schon 1959 führte der durch Zechenschließungen verursachte Rückgang der Frachtmengen zur Aufgabe des Bahnbetriebswerks. Der Personenverkehr nach Herne bzw. Wanne-Eickel konnte nach Bau einer Verbindungskurve zum Hauptbahnhof verlagert werden, sodass der Nordbahnhof 1979 auch den Personenverkehr verlor. Das Gebäude wurde längere Zeit von Bahndienststellen genutzt und steht seit einigen Jahren leer. Die Privatbrauerei Moritz Fiege erwarb es 2008 und plant neben der Einrichtung einer Gastronomie eine Büronutzung.

Nördlich des Bahnhofs Bochum Nord folgen im Zuge der ehemaligen Rheinischen Eisenbahnstrecke sieben denkmalwerte Brückenbauwerke in kurzem Abstand aufeinander. Es handelt sich um die Brücken über die Castroper Straße, Bergstraße, Kortumstraße, Uhlandstraße, Wielandstraße, Herner Straße und Dorstener Straße. Die ersten sechs Brücken wurden 1912/1913 nach Plänen der Königlichen Eisenbahndirektion Essen im Zuge der Anhebung der Gleisanlagen errichtet. Ziel war die Beseitigung der den Straßenverkehr behindernden Bahnübergänge. Die Eisenbahnbrücke mit der besonderen Nietoptik über die Dorstener Straße wurde erst 1925 mit Tieferlegung der Straße und der Verlegung des Bahnhofs Präsident fertig. Alle sieben Brücken sind eindrucksvolle Zeugnisse der Bochumer Verkehrs- und Stadtentwicklungsgeschichte mit bemerkenswerter und seltener Konstruktionsvielfalt. Inzwischen sind die Eisenbahnbrücken zusammen mit neun weiteren Teil der Lichtinstallation „KunstLichtTore Bochum“.

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Kontakt & Infos

Bahnhof Bochum Nord
Ostring
44787 Bochum
Der Ostring biegt vom Kurt-Schumacher-Platz (Bahnhofsvorplatz) ab. Dem Ostring ca. 500 m zum Nordbahnhof folgen.

ÖPNV

Bochum Hbf 

Tipp

Das Projekt KunstLichtTore soll durch den Einsatz von Lichtinstallationen an den "Einfallstoren" zur Innenstadt, die städtebauliche Struktur der Bochumer Innenstadt herausstellen.
www.bochum.de/KunstLichtTore