Eisenbahnmuseum Bochum

Lokparade im Eisenbahnmuseum Bochum Foto: RIK/Reinhold Budde

Junge wie alte Eisenbahnfans kommen im Eisenbahnmuseum Bochum, dem größten privaten Eisenbahnmuseum Deutschlands, voll auf ihre Kosten. Über 120 Fahrzeuge aus der Zeit von 1853 und 1976 bilden eine einzigartige Sammlung zur Verkehrs- und Technikgeschichte. Liebevoll und sachkundig gepflegte Lokomotiven, Triebwagen und Waggons haben in dem 1916-18 errichteten Bahnbetriebswerk eine „standesgemäße“ neue Heimat gefunden. Der Ringlokschuppen mit 14 Ständen, die Drehscheibe, Bekohlungs- und Besandungsanlage sowie der Wasserturm sind seit 1984 denkmalgeschützt.

Im mittleren Ruhrtal begann die Eisenbahngeschichte 1863 mit dem Bau der Zweigbahn Steele – Dahlhausen/Ruhr durch die Bergisch-Märkische Eisenbahngesellschaft (BME). So erhielten mehrere Zechen und die Henrichshütte Anschluss an das rasch expandierende Eisenbahnnetz. 1874 wurde der durchgehende Verkehr bis Hagen aufgenommen. Nach der Verstaatlichung der BME 1882 entwickelte sich der Bahnhof Dahlhausen schnell zu einem wichtigen Knotenpunkt des Güter- und Personenverkehrs. Zwischen 1912 und 1918 entstanden, teilweise errichtet von Kriegsgefangenen, der Rangierbahnhof, das Bahnbetriebswerk (Bw) und der neue Personenbahnhof.

Das Bw Dahlhausen/Ruhr diente während der gesamten Zeit seines Bestehens vorwiegend dem Güterverkehr. Ab 1918 wurden hier zunächst die Lokomotiven der zahlreichen benachbarten Bw untersucht und repariert. Erst 1925 erhielt das Bw eigene Lokomotiven und Fahrpersonal zugeteilt. Der höchste Stand wurde 1957 mit 522 Personalen und 35 Dampflokomotiven erreicht. Die Nachkriegszeit brachte bis zum Beginn des Zechensterbens Anfang der 1960er Jahre nochmals einen kurzen Aufschwung. Mit der Schließung der Zeche „Dahlhauser Tiefbau“ schwand jedoch die Bedeutung des Güterbahnhofs Bochum-Dahlhausen, wo der Rangierbetrieb 1973 eingestellt wurde.

Aus bescheidenen Anfängen baute die Deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte e.V. (DGEG) in dem ehemaligen Bw ab 1968 eine beachtliche Sammlung auf, die 1977 als „Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen“ eröffnet wurde. Zu den gezeigten Fahrzeugen gehören viele, die typisch für den Personen- und Güterverkehr im Ruhrgebiet waren, darunter auch mehrere Werksbahn-Lokomotiven. Zur Sicherung der wertvollen Fahrzeuge vor Witterungseinflüssen entstanden in den Jahren 1985 und 2000 die beiden Ausstellungshallen. 2011 wurde von der DGEG und der Stadt Bochum die „Stiftung Eisenbahnmuseum Bochum“ gegründet, die heute das Museum betreibt und es weiter ausbaut. Im Rahmen einer Neukonzeptionierung „Vom Depot zum Erlebnisraum“ soll bis 2018 auch ein neues Empfangsgebäude entstehen. Als erstes Beispiel für die geplante neue Ausrichtung des Museums wird in der Ausstellungshalle der Salonwagen von 1937 präsentiert. Der Wagen aus dem Regierungszug wurde in den Zustand zweier Epochen versetzt und verdeutlicht in exemplarischer Weise die politische Geschichte Deutschlands zwischen 1937 und 1970.

Ein besonderes Erlebnis für Kinder ist an Sonn- und Feiertagen die Fahrt mit der Feldbahn und mit der Handhebeldraisine im Museumsgelände oder an einem der zahlreichen „Dampftage“ die Mitfahrt im Führerstand einer Dampflok. Höhepunkt sind die beiden „Museumstage“, die jeweils an einem Wochenende im Frühjahr und Herbst Tausende von Besucherinnen und Besuchern anziehen. Mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten werden dann auch Gastlokomotiven anderer Museumsbahnen gezeigt und im Betrieb vorgeführt.

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Kontakt & Infos

Eisenbahnmuseum Bochum
Dr.-C.-Otto-Straße 191
44879 Bochum
Telefon: +49 (0) 234 / 49 25-16

Öffnungszeiten

1. März bis 18. November: Di-Fr, So/Fei 10-17 Uhr

metropolradruhr

Nächster Standort: Am Ankerpunkt / S-Bf. BO-Dahlhausen (S3), 2,3 km, elf Minuten

www.metropolradruhr.de