Hauptbahnhof Duisburg

Hauptbahnhof Duisburg. Foto: RIK / R. Budde
Hauptbahnhof Duisburg. Foto: RIK / R. Budde

Am 9. Februar 1846 begann das Eisenbahnzeitalter in Duisburg, als die Köln-Mindener Eisenbahn den zweiten Teilabschnitt ihrer Stammstrecke einweihte, die im folgenden Jahr bis Hamm weitergebaut wurde. Damit wurde die Eisenbahn neben den Häfen zum bedeutendsten Faktor für die industrielle Entwicklung der Stadt. 16 Jahre später baute die Bergisch-Märkische Bahn ihre Strecke von Duisburg über Essen nach Dortmund. Als dritte Eisenbahngesellschaft führte schließlich 1866 die Rheinische Eisenbahn ihre Strecke Osterath-Essen bei Duisburg über den Rhein.
Nach der Verstaatlichung der Bahn konnte in Duisburg 1886 mit dem neuen "Centralbahnhof" ein repräsentatives Bahnhofsgebäude in Betrieb genommen werden. Dazu wurden die separaten Bahnstationen der drei früheren Privatbahnen abgerissen. Anfangs des 20. Jahrhunderts erwies sich dieses Gebäude als zu klein für die stark gewachsene Stadt, aber der Erste Weltkrieg und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten bis zum Anfang der 1930er Jahre verhinderten einen Neubau.

Innerhalb von drei Jahren (1931-1934) wurde ein für damalige Verhältnisse "bahn"-brechendes Konzept ausgeführt. Unter der Leitung von Regierungsbaudirektor Johannes Ziertmann von der Reichsbahndirektion Essen wurde ein lang gestrecktes Bahnhofsgebäude im Stil der neuen Sachlichkeit als symmetrischer Komplex mit einem etwas erhöhten Empfangsgebäude als Spiegelachse errichtet. An den Mittelteil schlossen sich nördlich ein Hotel- und südlich ein Verwaltungsflügel an. Der Vorplatz überspannte den unterirdisch geführten Nord-Süd-Durchgangsverkehr und ein Personentunnel verband die Bahnsteige unterirdisch miteinander. Auf einer Fläche von ca. 300.000 m² wurden so die Verkehrsströme der Eisenbahn an den innerstädtischen Verkehr angebunden. Dazu wurden die Bahnsteige erweitert und über den sechs Bahnsteigen die bis heute erhaltene "schwebende" Überdachung errichtet, ein interessanter Kompromiss zwischen den großen Bahnsteighallen und den schlichten, weit verbreiteten Schmetterlingsdächern.

Das Empfangsgebäude galt als eines der modernsten seiner Zeit. Es verfügt über eine zentrale zweigeschossige, weiträumige Schalterhalle, deren Längsseiten im oberen Bereich durchgehend verglast sind. Die gesamte Fassade ist mit einem dunklen Klinker verblendet, die Fenstereinfassungen und die schmalen Gesimse wurden aus Kalkstein gefertigt. Der Bahnhof bildet mit dem unmittelbar nördlich anschließenden Postgebäude eine gestalterische Einheit und stellte das größte vor dem Zweiten Weltkrieg in Duisburg realisierte Bauvorhaben dar. Es steht in einer Reihe mit den ähnlichen Bahnhofs-Neubauten der Reichsbahn in Düsseldorf und Oberhausen. 

Nach starken Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut, wurde die Empfangshalle zu Bundesbahnzeiten mehrfach verändert. Insbesondere das große Wandbild mit Binnenschifffahrtsmotiven (ursprünglich 1935 von Ludwig Gies, nach Kriegszerstörung 1950 neu geschaffen von Otto H. Gerster) verschwand zunächst hinter Verblendungen und später hinter einer Wand. Immerhin konnte bei der letzten Renovierung  2009 der ursprüngliche Raumeindruck der lichtdurchfluteten Halle wiederhergestellt werden. 2012 stellte die Deutsche Bahn Pläne für ein neues Bahnsteigdach vor. Die denkmalgeschützte Überdachung von 1934 soll ab 2017 durch einen aufwendig gestalteten Neubau ersetzt werden.

Der Duisburger Hauptbahnhof zählt heute zu den bedeutendsten Knotenpunkten im Netz der Deutschen Bahn und weist mit rund 100 Tausend Reisenden täglich innerhalb des Ruhrgebiets nach den Hauptbahnhöfen von Essen und Dortmund das höchste Fahrgastaufkommen auf. Auf 12 Gleisen bedienen täglich rund 150 Fernverkehrszüge, 360 Regionalzüge und 110 S-Bahnzüge den Bahnhof.

 

 

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