Hebeturm „Homberg-Ruhrorter Rheintrajektanstalt"

Trajektturm Homberg. Foto: RIK / Guntram Walter
Trajektturm Homberg. Foto: RIK / Guntram Walter

Am Homberger Eisenbahnbassin steht der linksrheinische Trajektturm der „Homberg-Ruhrorter Rheintrajektanstalt".

Als Vorläufer der großen Rheinbrücken entstanden an mehren Orten des Rheinlandes so genannte Trajekt-Anstalten. Schon 1847 hatte die Köln-Mindener Eisenbahn mit der linksrheinischen Ruhrort-Crefeld-Kreis Gladbacher Eisenbahngesellschaft eine Übereinkunft zur Verbindung der beiden Streckennetze bei Duisburg über den Rhein mittels Dampffähre geschlossen.  Die 1856 errichtete Anlage bestand aus zwei Aufzugs- bzw. Hebetürmen mit Hafenbecken auf den gegenüberliegenden Rheinufern von Homberg und Ruhrort sowie der Dampffähre. In den Türmen konnten Eisenbahnwaggons auf einer Aufzugsplattform vom Niveau der Gleisanlagen auf das Deck der Fähre gesetzt werden, um auf dem anderen Ufer wieder hinauf befördert zu werden. Der Bau einer Brücke an dieser Stelle war zwar von den Eisenbahngesellschaften gewünscht worden. Jedoch konnten diese hauptsächlich wegen militärischer Bedenken nicht realisiert werden, da in ihnen ein strategischer Vorteil für die Franzosen gesehen wurde.

Die Aufzüge wurden hydraulisch betrieben und transportierten bereits im ersten Betriebsjahr 1856 47.000 Waggons. Bis zum Bau der Hochfelder Eisenbahnbrücke 1874, wo ab 1866 zunächst ebenfalls eine Trajekt-Anstalt der Rheinischen Eisenbahngesellschaft - diese allerdings ohne Hebetürme - in Betrieb war, bildete die Homberg-Ruhrorter Trajektanstalt ein wichtiges Mittel zur Überquerung des Rheins und zur Verbindung des Ruhrgebiets mit dem Gladbacher und Aachener Wirtschaftsraum. Erhalten blieb nur der Turm auf der Homberger Rheinseite. Er wird heute zu Wohnzwecken genutzt.

In Ruhrort erinnert noch der Eisenbahnhafen an diese frühe Periode der Eisenbahngeschichte. Der Hebeturm am Ruhrorter Eisenbahnbassin wurde 1972 wegen angeblicher Baufälligkeit abgerissen.

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Kontakt & Infos

Hebeturm "Homberg-Ruhrorter Rheintrajektanstalt"
Rheinanlagen 12
47198 Duisburg-Homberg

ÖPNV

Von Duisburg Hbf (U-Stadtbahn-Ebene) mit Straßenbahn 901 bis "Friedrichsplatz", dann mit Bus 911 oder 925 bis "Goetheplatz"

Tipp

Im Bereich zwischen dem Güterbahnhof Hochfeld und dem Duisburger Hauptbahnhof wurde 1917 ein Wasserturm zur Versorgung der Dampflokomotiven im angeschossenen Bahnbetriebswerk Duisburg Hbf errichtet. Der Wasserturm an der Paul-Esch-Straße stellt insofern eine Neuerung dar, als er aus Stahlbeton gebaut wurde, eine Bauweise, die sich erst kurz vor dem Ersten Weltkrieg durchgesetzt hatte.